Pulverfass Naher Osten: ein hoffnungsloser Fall?

Ein aktuelles Thema mit einem fachkundigen Referenten zu diskutieren und zu besprechen, welches für viele politisch Interessierte lohnend ist, das ist eine Zielsetzung im Liberalen Treff des FDP Ortsverbandes Bonn der. Bei der ersten Veranstaltung im Jahr 2019 hat das prächtig funktioniert: Der Raum „Em Höttche“ war voll, mehr als die fast 40 Anwesenden wären nicht hineingegangen. Fachkundiger Referent war Walter Klitz, der fünf Jahre lang das Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung in Jerusalem geleitet hat. So konnte er seine Ausführungen zum Thema immer wieder mit eigenen Beobachtungen bereichern, die treffend die Situation im Nahen Osten beschreiben.

Walter Klitz wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass es kaum einen Konflikt in der Welt gäbe, der öffentlich so emotional, so kontrovers und geradezu obsessiv diskutiert wird wie der palästinensisch – israelische Konflikt. Politisch geht es vor allem darum, wer die Deutungshoheit hat: eine neue Form der nichtlinearen Kriegsführung im Cyber- Zeitalter, ein Krieg der Bilder in den Medien. Dabei wird das Protestpotential der Bevölkerung und gesellschaftlicher Organisationen gezielt eingebunden, um politische Interessen durchzusetzen. Die Situation ist zwar komplex, der Weg zur Lösung liege aber im Detail, so Walter Klitz. Inmitten der hoch schlagenden Wogen von Emotionen, Rationalität, Gewalt und vor Urteilen müsse eine andere, nüchternere Herangehensweise zur Lösung des Konflikts gefunden werden. In der anschließenden Diskussionsrunde wurde verschiedentlich darauf hingewiesen, dass die Menschen im Nahen Osten ein schweres Stück emotionalen Gepäcks mit sich herumtragen würden, bisweilen war auch von Traumata die Rede, welches eine rationale Konfliktlösung nicht einfacher macht.

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