Schildbürgerstreich auf der Quantiusstraße

Und der Preis für den bescheuertsten Antrag geht heute … Trommelwirbel… wieder an das Grün geführte Linksbündnis im Bonner Stadtrat!

In einem Dringlichkeitsantrag für den heutigen Verkehrsausschuss (wieso ist das dringlich?!) wollen sie den Fahrradweg der Quantiusstraße „unverzüglich“ durch bauliche Elemente trennen. Diese bauliche Trennung soll „in Ausnahmesituationen überfahrbar“ sein und den Radverkehr nicht dabei behindern, an den Bussen vorbeizufahren. Klarer Fall von „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“! 💦

Ich hätte insbesondere von den beiden direkt gewählten Stadtverordneten der Grünen Annette Standop und Rolf Beu mehr Ortskenntnis in ihren Wahlkreisen erwartet. Direkt vor der Unterführung zum Hauptbahnhof hinter dem Hotel halten mehrmals am Tag Lieferfahrzeuge, zum Beispiel für den Alnatura-Supermarkt (7,5t) oder für die Packstation. Ja, das behindert den Fußverkehr zum Hauptbahnhof oder der Bushaltestelle – aber es gibt keine andere Chance für die Lieferfahrzeuge, irgendwo anders zu halten, ohne dass sie den Busverkehr auf der Fahrbahn behindern. Da wurde einfach schlecht geplant und da können die Geschäfte/Services vor Ort nichts für.

Den Schutz von Fahrradfahrer:innen in allen Ehren: Aber wie soll denn so eine bauliche Trennung gestaltet werden? Die müsste ja täglich mehrfach von Lieferfahrzeugen (unter anderem LKW) überfahren werden können, aber gleichzeitig PKW vom Überfahren abhalten, damit die dann nicht mehr auf dem Gehweg halten, um Bahnpassagiere abzusetzen oder abzuholen. Ach ja: Und dann sollte so eine bauliche Trennung auch halten, oder? Wie sieht die wohl nach drei Tagen aus, wenn da jeden Tag mehrfach Lieferverkehr drüberrutscht?

Ein Grüner Schildbürgerstreich allererster Kategorie. Sowas kommt raus, wenn man Politik vom Stadthaus aus macht, statt sich die Lage vor Ort anzusehen. Und die Bonner:innen dürfen die mangelnde Sachkenntnis wieder teuer bezahlen. Sorgt stattdessen lieber für die Einrichtung einer praktikablen, verkehrssicheren Lieferzone für unter anderem Alnatura und DHL und eine verkehrssichere „Kiss&Ride“-Zone für Abholung und Absetzen von DB-Passagieren – BEVOR Ihr Geld zum Fenster rauswerft für eine bauliche Trennung, die nichts bringen wird.