#vielzutun

Dieses Wochenende haben wir auf dem ersten digitalen Bundesparteitag das Bundestagswahlprogramm der FDP beschlossen.

Meine Lieblingsforderung kommt aus NRW und ist die nach Talentschulen nun auch in ganz Deutschland: Mit modernster Pädagogik und bester Ausstattung sorgen wir für mehr Chancengerechtigkeit in kinderreichen Stadtteilen mit großen sozialen Herausforderungen. Bildungschancen müssen unabhängig vom Elternhaus werden!

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem mutigen und fortschrittlichen Programm und freue mich, damit jetzt in den Wahlkampf zu starten!

Neben der programmatischen Debatte haben wir außerdem einen neuen Bundesvorstand gewählt. Besonders gratuliere ich Johannes Vogel, der als neu gewählter stellvertretender Bundesvorsitzender ein starkes Team um unseren Bundesvorsitzenden Christian Lindner verstärkt.

Das komplette Wahlprogramm gibt es hier zum Nachlesen: https://www.fdp.de/assets/pdf/110463-programmentwurf-nie-gab-es-mehr-zu-tun-2.pdf

Schulscharfer Sozialindex

Die NRW-Landesregierung hat mit dem schulscharfen Sozialindex ein Instrument eingeführt, das Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen gezielt unterstützt und so mehr Bildungsgerechtigkeit schafft.

Der Sozialindex berechnet sich aus unterschiedlichen Faktoren, wie der Zahl der Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, dem Anteil der Familien, die zu Hause nicht deutsch sprechen und der Kinder- und Jugendarmut im Einzugsgebiet der Schule. Anhand dieses Schlüssels werden dann die Ressourcen wie zum Beispiel Lehrkräftestellen an die einzelnen Schulen zugewiesen.

Der Vergleich mit der Vorgängerregierung kann sich sehen lassen: Wir haben alleine im Jahr 2021 rund 4.000 Stellen mehr nach dem Sozialindex zugewiesen als noch im Jahr 2017. Außerdem hatte die Vorgängerregierung vorgesehen, dass 6.885 Stellen im Schulhaushalt wegfallen sollten (sogenannte „kW-Vermerke“). Diese Stellen, die rot-grün streichen wollte, haben wir erhalten.

Ich freue mich, dass wir nach der erfolgreichen Einführung der Talentschulen im Bildungsland NRW nun eine weitere wichtige Maßnahme etabliert haben, die für mehr Bildungsgerechtigkeit und -chancen sorgen wird.

Präsenzpflicht

Seit über einem Jahr befinden wir uns in einer durch die Corona-Pandemie ausgelösten Sondersituation. Täglich wägen wir die Einhaltung von Grundrechten miteinander ab – so auch das Recht auf Bildung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Aus Gründen des Infektionsschutzes müssen wir Kontakte beschränken. Um Bildungschancen zu sichern, müssen wir viel persönlichen Kontakt ermöglichen. Das ist ein Dilemma für die Politik, aber auch für alle Menschen, die im Lebensraum Schule unterwegs sind.

Wir halten „ZeroCovid“, also das Vermeiden aller sozialen Kontakte zur Pandemieeindämmung für den falschen Weg, weil wir Menschen und insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen soziale Menschen sind und die Kontakte brauchen. Gesundheit ist für uns Freie Demokraten so viel mehr als nicht Covid-19 zu haben.

Gleichzeitig ist aber auch ein zu frühes und umfassendes Lockern, wie dies zum Beispiel die AfD fordert, der falsche Weg und in unseren Augen verantwortungslos.

Der richtige Weg liegt wie so oft in der Mitte: in einer verantwortlichen Durchführung des Unterrichts mit Hygiene- und Schutzmaßnahmen für unsere Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer mit so vielen Präsenzanteilen wie möglich und nur so weit es mit der aktuellen Infektionslage verantwortbar ist.

Für uns ist die Schule so viel mehr als bloße Wissensvermittlung. Sie ist ein Ort der Begegnung, und der sozialen Kontakte. Die Schule legt das Fundament für bestmögliche Bildungschancen, damit unsere Kinder später all ihre Ziele erreichen können, von denen sie jetzt träumen. Aus diesem Grund kämpfen wir für so viel Präsenzunterricht wie möglich im Dreiklang aus „Impfen, Schützen, Testen“.

Die vergangenen Monate des Lockdowns haben insbesondere die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien stark getroffen. Zu viele Schülerinnen und Schüler finden zu Hause keine optimalen Lernbedingungen vor. Das gefährdet Bildungs- und Entwicklungschancen. Durch den beispiellosen Einsatz unserer engagierten Lehrkräfte, des weiteren schulischen Personals, der Eltern und nicht zuletzt der Schülerinnen und Schüler gelang das Lernen auf Distanz in den vergangenen Monaten immer besser. Wir haben von Seiten des Landes kräftig unterstützt, unter anderem durch die Erweiterung um ein Videokonferenztool für die Online-Lernplattform LOGINEO.NRW. Dennoch kann selbst das beste Lernen auf Distanz den Präsenzunterricht in der Schule nur temporär, aber niemals dauerhaft ersetzen.

Neben der Vermittlung von Wissen ist die Schule ein wichtiger Lebensraum. Schülerinnen und Schüler lernen dort so viel mehr als binomische Formeln, Gedichtinterpretationen und andere Lehrplaninhalte. Die Schule legt den Grundstein auch für soziale Bildung, für das Leben und Lernen mit- und voneinander, das Lösen von Konflikten in der Peer Group und vieles mehr. Sie bietet zudem den menschlichen Kontakt zu Gleichaltrigen oder Erwachsenen, die nicht der eigenen Familie angehören. All das kann das Lernen auf Distanz nicht ersetzen.

Gerade für unsere jüngsten Kinder ist der Präsenzunterricht enorm wichtig für ihre weitere Entwicklung. YouTube-Videos oder Lern-Apps können nicht unsere ausgebildeten Lehrkräfte ersetzen. Insbesondere das Erlernen von Lesen und Schreiben oder das Verstehen von Zahlenräumen lernen unsere Grundschülerinnen und Grundschüler am besten von ihren hervorragend ausgebildeten Lehrkräften. Auch wenn wir den Eltern in NRW enorm viel zutrauen und ihnen in der Pandemie bisher auch schon vieles zugemutet haben, so stellen wir fest, dass die wenigsten von ihnen selbst ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen sind. Wir dürfen sie nicht über das Leistbare hinaus mit der Unterstützung im Lernen auf Distanz überfordern und aus ihnen „Hilfslehrkräfte“ machen. Ein Jahr Pandemie ersetzt kein Lehramtsstudium.

Wir wissen auch, dass die Lernsituation in unseren Familien in NRW höchstunterschiedlich ist. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler aus Familien mit besonderen Herausforderungen brauchen die pädagogische und fachlich-institutionelle Unterstützung in Präsenz in ihrer Schule. Lehrerinnen und Lehrer berichten uns, dass der Kontakt von Lehrkräften zu einzelnen Schülerinnen und Schülern zum Teil abgebrochen ist. Durch Präsenzphasen, zum Beispiel im Wechselmodell, gelingt der Kontakt und auch die individuelle Förderung dieser Schülerinnen und Schüler nun wieder deutlich besser.

Wir erhalten die Rückmeldung von Schülerinnen und Schülern, dass auch sie sich nach mehr Präsenzphasen in der Schule sehnen – und zwar in allen Altersstufen. Auch Kinder und Jugendliche fühlen sich manchmal einsam, bei allen Einschränkungen fällt ihnen die Decke auf den Kopf oder Sie werden traurig und antriebslos. Der persönliche Kontakt zu Klassenkameradinnen und -kameraden und ihren Lehrkräften kann diese Gefühle lindern. Aber auch die Prüfungsvorbereitung ist vielen sehr wichtig. Die Vorbereitung in Präsenz mit ihren Lehrerinnen und Lehrer empfinden sie als sehr wichtige Stütze, was die fachlich-inhaltliche aber auch psychische Vorbereitung auf Abschlussprüfungen angeht.

Außerdem bereitet uns das Thema Kinderschutz während der Pandemie Sorge. Der Kinderschutzbund setzt sich ebenfalls für mehr Präsenzphasen ein, weil er ein Zunehmen der Gewalt gegen Kinder in den Lockdowns befürchtet. Als problematisch wird insbesondere die fehlende „soziale Kontrolle“ beschrieben, also dass Lehrkräfte und weiteres schulisches Personal körperliche oder psychische Erkrankungen oder Gewalt nur in Präsenz optimal erkennen und dann eingreifen können. Damit stellen wir nicht die Familien unter Generalverdacht. Gewalt gegen Kinder und Jugendliche entsteht nämlich auch nicht ausschließlich im familiären Umfeld.

In vielen Fällen hilft das persönliche Gespräch mit der Klassen- oder Vertrauenslehrkraft beim Erkennen zum Beispiel von psychischer Belastung, Cyber-Mobbing oder Cyber-Grooming. Wir wissen, dass Kinder und Jugendliche nicht immer alle Themen mit ihren Eltern besprechen möchten, zum Beispiel weil sie sich schämen oder „Ärger“ befürchten – selbst, wenn sie in einem sehr vertrauensvollen und unterstützenden Familienumfeld aufwachsen. Genau hier können Lehrkräfte und weiteres schulisches Personal zum Beispiel in der Schulsozialarbeit den Schülerinnen und Schüler sehr gute und wichtige Hilfsangebote machen.

Lassen Sie mich außerdem zum Schluss betonen, dass wir selbstverständlich weiterhin an den individuellen Ausnahmeregelungen festhalten, die das Ministerium für Schule und Bildung für Familien mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe schafft. Seit Beginn der Pandemie können Schülerinnen und Schüler vom Präsenzunterricht befreit werden, um sie selbst oder vorerkrankte Angehörige zu schützen. Sie nehmen dann freiwillig am Lernen auf Distanz teil. Diese Entscheidung wird individuell und direkt von der jeweiligen Schulleitung getroffen und ist für viele betroffene Familien eine wichtige Erleichterung.

Wechselunterricht für alle Jahrgangsstufen 🏫

Seit zwei Wochen sind in NRW nun die Schüler*innen der Grund- und Förderschulen und der Abschlussklassen im Wechselbetrieb in die Schulen zurückgekehrt. Der Wiedereinstieg hat gut funktioniert und das Infektionsgeschehen blieb weiter stabil. Das Schulministerium Bildungsland NRW hat nun zusammen mit den Schulverbänden entschieden, dass ab dem 15.03. auch alle anderen Jahrgangsstufen im Wechselbetrieb an die Schulen zurückkehren. ✅

Wie auch schon vor zwei Wochen entscheiden auch zum 15. März die Schulleitungen passgenau über die konkrete Ausgestaltung des Wechselmodells. Wir setzen dabei lediglich Leitplanken: Zum Beispiel soll kein*e Schüler*in länger als eine Woche am Stück auf Distanz unterrichtet werden. Die Rahmenbedingungen für die Abschlussklassen bleiben übrigens auch weiter bestehen. 📚

Die letzten Wochen und Monate waren hart – für die Schüler*innen, aber auch für ihre Familien. Viele sind seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Das wirkt such negativ auf Bildungschancen und die Psyche der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien aus. Ich freue mich deshalb, dass in einer Woche wieder alle Jahrgangsstufen in die Schulen zurückkehren. Auf den Schritt habe ich mich seit Weihnachten gefreut. 💛💙