Lernen auf Distanz für die Bonner Schüler:innen

Das war leider ein bewegtes Wochenende für die Bonner Schüler:innen, ihre Eltern und die Lehrkräfte – und auch für die Stadtspitze. Gestern lag die 7-Tages-Inzidenz in Bonn bei 196,3, in der letzten Woche ist sie jeden Tag gestiegen. Der Krisenstab der Stadt hat daher aus meiner Sicht richtig entschieden und für die Schüler:innen mit Ausnahme der Abschlussklassen und Qualifikationsphasen in der gymnasialen Oberstufe Lernen auf Distanz angeordnet. Begleitet wurde diese Entscheidung aber mit einem merkwürdigen zeitlichen Fahrplan und einer chaotischen Kommunikation. Ich kann sehr gut verstehen, dass viele Bonner:innen darüber sehr verärgert sind.

Freitag Nachmittag war ich im Universtitätsklinikum Bonn – dort wurde das neue Biomedizinische Forschungszentrum II eingeweiht. Ich habe dort „zwischen Tür und Angel“ erfahren, dass die Bonner Schüler:innen ab Mittwoch (!) ins Distanzlernen wechseln sollen. Keine Mail, kein Anruf – dass ich das aus der Presse erfahren muss, finde ich schade und unglücklich. Ich habe daraufhin am Freitag Abend noch eine Mail an unsere Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner geschrieben mit der Bitte, den anderen Bonner Landtagsabgeordneten und mir wenigstens jetzt den Antrag ans Land mit der Begründung zur Kenntnis zuzusenden. In dieser Krise gehen die Bonner:innen auf alle örtlichen und überörtlichen politischen Vertreter:innen zu – und ich möchte die Entscheidungen des Krisenstabs erklären und begründen können. Auch wünsche ich mir (wieder) mehr Dialog der Stadtspitze mit den Bonner Abgeordneten.

Samstag Nacht um 21:03h dann ein Facebook (!)-Eintrag der Stadt: Schon ab Montag würde in Bonn aufs Lernen auf Distanz umgestellt, weitere Infos würden am Sonntag folgen. Ich wurde von Bekannten auf diesen Facebook-Eintrag aufmerksam gemacht. Wieder keine Mail, kein Anruf von der Stadtspitze, dieses Mal nicht mal ein Eintrag auf der Homepage der Stadt Bonn – alleinige Kommunikation auf Facebook. Inzwischen weiß ich, dass in der Nacht immerhin die Schulen informiert wurden. Ich habe von Lehrkräften gehört, die Samstag Nacht um 2:00h wiederum die Schüler:innen bzw. Eltern informiert und neue Stundenpläne für ihre Schüler:innen geschickt haben. Ihnen kann man nicht genug danken für diesen Einsatz!

Gestern wurde dann am frühen Sonntagnachmittag die Entscheidung konkretisiert und auch auf der Homepage der Stadt Bonn veröffentlicht – 17 Stunden vor Unterrichtsbeginn.

Noch einmal: Ich halte die Entscheidung für richtig, ich hätte lediglich den Schulen und Eltern mehr Vorbereitungszeit eingeräumt. Neue Stundenpläne in Nachtschichten, Rücksprachen mit dem Arbeitgeber am Sonntag – all das ist nicht selbstverständlich und belastend! Eine Entscheidung, die ab Mittwoch gilt, wie es ja wohl auch ursprünglich angedacht war, hätte ich daher für den besseren Weg gehalten.

Landesseitig ist es uns sehr wichtig, allen am Schulleben Beteiligten ausreichend Vorbereitungszeit zu geben. Genau das haben wir aus dem letzten Jahr gelernt, als Entscheidungen oft zu kurzfristig kommuniziert und in Kraft getreten sind.
Dennoch sind es insbesondere die Grünen im Landtag, die fleißig kritisieren, wenn Schulmails Freitag Mittag kommen, obwohl darin enthaltene Regelungen erst mit Vorbereitungszeit zum Beispiel ab Mittwoch in Kraft treten. Die wortgewaltigen Angriffe auf unsere Schulministerin Yvonne Gebauer möchte ich nicht wiederholen.

Wer kritisiert, sollte es in der Regel dann selbst besser machen (können). Genau hier in Bonn hat sich gezeigt, dass die Grünen im Landtag nur die Backen aufblasen. Katja Dörner hat mit ihrem chaotischen Prozess am Wochenende zwar schlussendlich die richtige Entscheidung getroffen. Aber durch ihre unterlassene Abstimmung mit dem Land und zu wenig Vorbereitungszeit für die Schulen hat sie unnötig Chaos in der Stadt verbreitet. Wir werden die Grünen im Landtag daran erinnern.

Liebe Katja Dörner, wenn Du das liest: Mein Gesprächsangebot aus meiner E-Mail von Freitag steht noch. Ich würde mich freuen, auf meine Mail eine (positive) Antwort zu erhalten.

Bonner Linksbündnis legt schlecht durchdachte Ideen vor

Vor genau 128 Tagen fand die Kommunalwahl in Bonn statt. Jetzt steht der Koalitionsvertrag zwischen den Parteien Grüne, SPD, Linke und Volt.

Vier Monate wurden verschenkt! Es wurde ein Wechsel für Bonn versprochen. Herausgekommen ist eine lose Blättersammlung statt eines zukunftsfähigen Gesamtkonzepts für unsere Stadt.

Der Koalitionsvertrag steht im Schatten der Querelen innerhalb der Grünen. Bereits zu Anfang legte man dort die Priorität auf Personalien statt Themen. Durch den Ausstieg von Brigitta Poppe-Reiners und Hardy Lohmeyer bröckelte die Koalitionsmehrheit und so musste man sich einen vierten Partner an Bord holen. Herausgekommen ist ein Papier des kleinsten gemeinsamen Nenners. Aber nicht einmal dies – es sind Lippenbekenntnisse und Prüfaufträge an jeder Ecke. Angetreten sind die Parteien, um den ÖPNV und Wohnraum günstiger zu machen. Im Vertrag ist nur noch die Rede davon, dass günstigere Tickets geprüft werden. Auch die aktuelle Wohnkostenentwicklung wird nur geprüft anstatt effektiv daran zu arbeiten.

Werner Hümmrich, unser Finanzexperte und Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten in Bonn rechnet vor: „Enthalten sind vor allem viele und kostspielige Wünsche. Die finanzielle Kompensation soll über erhöhte Parkgebühren geschehen. Diese Rechnung kann nicht aufgehen. Das ist ein finanzpolitisches Trauerspiel!“

Auch im Bereich der Wohnungspolitik sind inhärente Widersprüche erkennbar. „Bonn hat großen Wohnungsbedarf, aber die Koalition vereinbart, keinerlei weitere Flächen zu versiegeln. Wie sie tausende Wohnungen allein über Nachverdichtung realisieren will, bleibt ihr Geheimnis. Wirtschaftspolitisch ist das nicht sinnvoll und sozialpolitisch sogar richtig schädlich.“, beschreibt der Bundestagsabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff.

Die Krönung ist allerdings der Wunsch nach der größten Fußgängerzone der Welt zwischen Reuterstraße, Bonner Talweg, Kaiser-Karl-Ring und Rhein. Die Kennedybrücke soll im 2,5km-Radius vom Autoverkehr abgeschnitten werden. Künftig soll man also nur noch über die Südbrücke oder den Tausendfüßler mit dem Auto nach Beuel kommen können. Gleichzeitig ist das Linksbündnis aber gegen den Ausbau des Tausendfüßlers. Durch undurchdachte Ideen wie diese werden wir in Bonn sogar noch mehr und nicht weniger Stau bekommen! Es bleibt ebenfalls offen, wie die Lebensmittelläden und die beiden Baumärkte erreicht werden sollen. Auch Petrus- und Elisabethkrankenhaus liegen in diesem Bereich und würden schlechter erreichbar. Das ist ideologische Politik ohne Sinn und Verstand!

Die Inkonsistenz zwischen Wort und Tat zeigt sich an der bereits beklagten Zusammenlegung der Ausschüsse für Internationales und Wirtschaft. „Die Koalition hat richtigerweise zwei eigene Kapitel für Internationales/Wissenschaft sowie für Wirtschaft und Arbeit beschrieben. Abgestimmt wird in der nächsten Ratssitzung aber über die Zusammenlegung dieser wichtigen Themen in einem Ausschuss. Das lässt bereits jetzt auf die künftige Arbeit der Koalition schließen.“, resümiert Werner Hümmrich.

Die Freien Demokraten werden in der kommenden Ratsperiode als kritisch-konstruktive Opposition den Weg der Koalition verfolgen. Der Fehlstart verheißt allerdings nichts Gutes. Der angekündigte Wechsel trieft von Ideologie und steht schon jetzt auf tönernen Füßen. Bonn kann man nur miteinander und nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger gestalten.

Kein Grünes Chaos in Beuel!

Nur 2,5 Monate regieren die Grünen in Beuel – und schon läuft alles schief, was schief laufen kann! ⛔

Zuerst haben die Grünen auf der Friedrich-Breuer-Straße, der Haupteinkaufsstraße in Beuel, die Parkplätze von heute auf morgen weggenommen. Rücksprache mit den Gewerbetreibenden? Fehlanzeige!

Begründet wurde das mit Corona: Fußgänger müssten auf die Parkplätze ausweichen können, um die 1,5m-Abstand einzuhalten. 🙄 Das ist so dreist, hier Corona vorzuschieben! Wir haben diesen Beschluss daher auch bei der Kommunalaufsicht beanstandet. 🚙

Inzwischen wurden die Parkplätze abgesperrt – und auch das ist nach hinten losgegangen! Schaut Euch mal die Fotos an: Die Grünen haben hässliche Stolperfallen aufgestellt, die die Fußgänger gefährden, statt ihnen zu helfen. Alles nur vorgeschoben! So wird unser Beuel von den Grünen verschandelt! (Danke an Monika Krämer-Breuer für die Fotos!) 🙈

Dann gab es noch die Posse um das Banner der Gewerbegemeinschaft Beuel, das gefühlt schon ewig am Bezirksrathaus hängt. Es soll die Beuelerinnen und Beueler animieren, vor Ort einzukaufen. Gerade in der Pandemie enorm wichtig für unsere Gewerbetreibenden!

In der Enttäuschung über den Parkplatzknatsch hatte die Grüne Bezirksbürgermeisterin kurzum das Banner abhängen lassen und mit dem Grünen Fraktionsvorsitzenden ein eigenes aufgehängt. Was für ein Kindergarten! 🏳

Jetzt geht es noch ans Brauchtum: Die Grüne Bezirksbürgermeisterin ist selber Ex-Wäscherprinzessin und lässt heute verkünden, beim Rathaussturm ginge es doch gar nicht um „Frauen gegen Männer“. Wie bitte?!

Unsere Obermöhn Ina Harder regt sich darüber zu Recht auf! Die Geschichte der Beueler Weiberfastnacht wird jetzt doch nicht für die Grünen angepasst, geht es noch? 🤬

Ich bin entsetzt darüber, wie egal den Grünen ist, was die Beuelerinnen und Beueler sich für ihren Stadtteil wünschen! Es soll durchregiert werden ohne Rücksicht auf Verluste. So gehen wir in Beuel nicht miteinander um❗