Lernen auf Distanz für die Bonner Schüler:innen

Das war leider ein bewegtes Wochenende für die Bonner Schüler:innen, ihre Eltern und die Lehrkräfte – und auch für die Stadtspitze. Gestern lag die 7-Tages-Inzidenz in Bonn bei 196,3, in der letzten Woche ist sie jeden Tag gestiegen. Der Krisenstab der Stadt hat daher aus meiner Sicht richtig entschieden und für die Schüler:innen mit Ausnahme der Abschlussklassen und Qualifikationsphasen in der gymnasialen Oberstufe Lernen auf Distanz angeordnet. Begleitet wurde diese Entscheidung aber mit einem merkwürdigen zeitlichen Fahrplan und einer chaotischen Kommunikation. Ich kann sehr gut verstehen, dass viele Bonner:innen darüber sehr verärgert sind.

Freitag Nachmittag war ich im Universtitätsklinikum Bonn – dort wurde das neue Biomedizinische Forschungszentrum II eingeweiht. Ich habe dort „zwischen Tür und Angel“ erfahren, dass die Bonner Schüler:innen ab Mittwoch (!) ins Distanzlernen wechseln sollen. Keine Mail, kein Anruf – dass ich das aus der Presse erfahren muss, finde ich schade und unglücklich. Ich habe daraufhin am Freitag Abend noch eine Mail an unsere Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner geschrieben mit der Bitte, den anderen Bonner Landtagsabgeordneten und mir wenigstens jetzt den Antrag ans Land mit der Begründung zur Kenntnis zuzusenden. In dieser Krise gehen die Bonner:innen auf alle örtlichen und überörtlichen politischen Vertreter:innen zu – und ich möchte die Entscheidungen des Krisenstabs erklären und begründen können. Auch wünsche ich mir (wieder) mehr Dialog der Stadtspitze mit den Bonner Abgeordneten.

Samstag Nacht um 21:03h dann ein Facebook (!)-Eintrag der Stadt: Schon ab Montag würde in Bonn aufs Lernen auf Distanz umgestellt, weitere Infos würden am Sonntag folgen. Ich wurde von Bekannten auf diesen Facebook-Eintrag aufmerksam gemacht. Wieder keine Mail, kein Anruf von der Stadtspitze, dieses Mal nicht mal ein Eintrag auf der Homepage der Stadt Bonn – alleinige Kommunikation auf Facebook. Inzwischen weiß ich, dass in der Nacht immerhin die Schulen informiert wurden. Ich habe von Lehrkräften gehört, die Samstag Nacht um 2:00h wiederum die Schüler:innen bzw. Eltern informiert und neue Stundenpläne für ihre Schüler:innen geschickt haben. Ihnen kann man nicht genug danken für diesen Einsatz!

Gestern wurde dann am frühen Sonntagnachmittag die Entscheidung konkretisiert und auch auf der Homepage der Stadt Bonn veröffentlicht – 17 Stunden vor Unterrichtsbeginn.

Noch einmal: Ich halte die Entscheidung für richtig, ich hätte lediglich den Schulen und Eltern mehr Vorbereitungszeit eingeräumt. Neue Stundenpläne in Nachtschichten, Rücksprachen mit dem Arbeitgeber am Sonntag – all das ist nicht selbstverständlich und belastend! Eine Entscheidung, die ab Mittwoch gilt, wie es ja wohl auch ursprünglich angedacht war, hätte ich daher für den besseren Weg gehalten.

Landesseitig ist es uns sehr wichtig, allen am Schulleben Beteiligten ausreichend Vorbereitungszeit zu geben. Genau das haben wir aus dem letzten Jahr gelernt, als Entscheidungen oft zu kurzfristig kommuniziert und in Kraft getreten sind.
Dennoch sind es insbesondere die Grünen im Landtag, die fleißig kritisieren, wenn Schulmails Freitag Mittag kommen, obwohl darin enthaltene Regelungen erst mit Vorbereitungszeit zum Beispiel ab Mittwoch in Kraft treten. Die wortgewaltigen Angriffe auf unsere Schulministerin Yvonne Gebauer möchte ich nicht wiederholen.

Wer kritisiert, sollte es in der Regel dann selbst besser machen (können). Genau hier in Bonn hat sich gezeigt, dass die Grünen im Landtag nur die Backen aufblasen. Katja Dörner hat mit ihrem chaotischen Prozess am Wochenende zwar schlussendlich die richtige Entscheidung getroffen. Aber durch ihre unterlassene Abstimmung mit dem Land und zu wenig Vorbereitungszeit für die Schulen hat sie unnötig Chaos in der Stadt verbreitet. Wir werden die Grünen im Landtag daran erinnern.

Liebe Katja Dörner, wenn Du das liest: Mein Gesprächsangebot aus meiner E-Mail von Freitag steht noch. Ich würde mich freuen, auf meine Mail eine (positive) Antwort zu erhalten.

Präsenzpflicht

Seit über einem Jahr befinden wir uns in einer durch die Corona-Pandemie ausgelösten Sondersituation. Täglich wägen wir die Einhaltung von Grundrechten miteinander ab – so auch das Recht auf Bildung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Aus Gründen des Infektionsschutzes müssen wir Kontakte beschränken. Um Bildungschancen zu sichern, müssen wir viel persönlichen Kontakt ermöglichen. Das ist ein Dilemma für die Politik, aber auch für alle Menschen, die im Lebensraum Schule unterwegs sind.

Wir halten „ZeroCovid“, also das Vermeiden aller sozialen Kontakte zur Pandemieeindämmung für den falschen Weg, weil wir Menschen und insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen soziale Menschen sind und die Kontakte brauchen. Gesundheit ist für uns Freie Demokraten so viel mehr als nicht Covid-19 zu haben.

Gleichzeitig ist aber auch ein zu frühes und umfassendes Lockern, wie dies zum Beispiel die AfD fordert, der falsche Weg und in unseren Augen verantwortungslos.

Der richtige Weg liegt wie so oft in der Mitte: in einer verantwortlichen Durchführung des Unterrichts mit Hygiene- und Schutzmaßnahmen für unsere Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer mit so vielen Präsenzanteilen wie möglich und nur so weit es mit der aktuellen Infektionslage verantwortbar ist.

Für uns ist die Schule so viel mehr als bloße Wissensvermittlung. Sie ist ein Ort der Begegnung, und der sozialen Kontakte. Die Schule legt das Fundament für bestmögliche Bildungschancen, damit unsere Kinder später all ihre Ziele erreichen können, von denen sie jetzt träumen. Aus diesem Grund kämpfen wir für so viel Präsenzunterricht wie möglich im Dreiklang aus „Impfen, Schützen, Testen“.

Die vergangenen Monate des Lockdowns haben insbesondere die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien stark getroffen. Zu viele Schülerinnen und Schüler finden zu Hause keine optimalen Lernbedingungen vor. Das gefährdet Bildungs- und Entwicklungschancen. Durch den beispiellosen Einsatz unserer engagierten Lehrkräfte, des weiteren schulischen Personals, der Eltern und nicht zuletzt der Schülerinnen und Schüler gelang das Lernen auf Distanz in den vergangenen Monaten immer besser. Wir haben von Seiten des Landes kräftig unterstützt, unter anderem durch die Erweiterung um ein Videokonferenztool für die Online-Lernplattform LOGINEO.NRW. Dennoch kann selbst das beste Lernen auf Distanz den Präsenzunterricht in der Schule nur temporär, aber niemals dauerhaft ersetzen.

Neben der Vermittlung von Wissen ist die Schule ein wichtiger Lebensraum. Schülerinnen und Schüler lernen dort so viel mehr als binomische Formeln, Gedichtinterpretationen und andere Lehrplaninhalte. Die Schule legt den Grundstein auch für soziale Bildung, für das Leben und Lernen mit- und voneinander, das Lösen von Konflikten in der Peer Group und vieles mehr. Sie bietet zudem den menschlichen Kontakt zu Gleichaltrigen oder Erwachsenen, die nicht der eigenen Familie angehören. All das kann das Lernen auf Distanz nicht ersetzen.

Gerade für unsere jüngsten Kinder ist der Präsenzunterricht enorm wichtig für ihre weitere Entwicklung. YouTube-Videos oder Lern-Apps können nicht unsere ausgebildeten Lehrkräfte ersetzen. Insbesondere das Erlernen von Lesen und Schreiben oder das Verstehen von Zahlenräumen lernen unsere Grundschülerinnen und Grundschüler am besten von ihren hervorragend ausgebildeten Lehrkräften. Auch wenn wir den Eltern in NRW enorm viel zutrauen und ihnen in der Pandemie bisher auch schon vieles zugemutet haben, so stellen wir fest, dass die wenigsten von ihnen selbst ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen sind. Wir dürfen sie nicht über das Leistbare hinaus mit der Unterstützung im Lernen auf Distanz überfordern und aus ihnen „Hilfslehrkräfte“ machen. Ein Jahr Pandemie ersetzt kein Lehramtsstudium.

Wir wissen auch, dass die Lernsituation in unseren Familien in NRW höchstunterschiedlich ist. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler aus Familien mit besonderen Herausforderungen brauchen die pädagogische und fachlich-institutionelle Unterstützung in Präsenz in ihrer Schule. Lehrerinnen und Lehrer berichten uns, dass der Kontakt von Lehrkräften zu einzelnen Schülerinnen und Schülern zum Teil abgebrochen ist. Durch Präsenzphasen, zum Beispiel im Wechselmodell, gelingt der Kontakt und auch die individuelle Förderung dieser Schülerinnen und Schüler nun wieder deutlich besser.

Wir erhalten die Rückmeldung von Schülerinnen und Schülern, dass auch sie sich nach mehr Präsenzphasen in der Schule sehnen – und zwar in allen Altersstufen. Auch Kinder und Jugendliche fühlen sich manchmal einsam, bei allen Einschränkungen fällt ihnen die Decke auf den Kopf oder Sie werden traurig und antriebslos. Der persönliche Kontakt zu Klassenkameradinnen und -kameraden und ihren Lehrkräften kann diese Gefühle lindern. Aber auch die Prüfungsvorbereitung ist vielen sehr wichtig. Die Vorbereitung in Präsenz mit ihren Lehrerinnen und Lehrer empfinden sie als sehr wichtige Stütze, was die fachlich-inhaltliche aber auch psychische Vorbereitung auf Abschlussprüfungen angeht.

Außerdem bereitet uns das Thema Kinderschutz während der Pandemie Sorge. Der Kinderschutzbund setzt sich ebenfalls für mehr Präsenzphasen ein, weil er ein Zunehmen der Gewalt gegen Kinder in den Lockdowns befürchtet. Als problematisch wird insbesondere die fehlende „soziale Kontrolle“ beschrieben, also dass Lehrkräfte und weiteres schulisches Personal körperliche oder psychische Erkrankungen oder Gewalt nur in Präsenz optimal erkennen und dann eingreifen können. Damit stellen wir nicht die Familien unter Generalverdacht. Gewalt gegen Kinder und Jugendliche entsteht nämlich auch nicht ausschließlich im familiären Umfeld.

In vielen Fällen hilft das persönliche Gespräch mit der Klassen- oder Vertrauenslehrkraft beim Erkennen zum Beispiel von psychischer Belastung, Cyber-Mobbing oder Cyber-Grooming. Wir wissen, dass Kinder und Jugendliche nicht immer alle Themen mit ihren Eltern besprechen möchten, zum Beispiel weil sie sich schämen oder „Ärger“ befürchten – selbst, wenn sie in einem sehr vertrauensvollen und unterstützenden Familienumfeld aufwachsen. Genau hier können Lehrkräfte und weiteres schulisches Personal zum Beispiel in der Schulsozialarbeit den Schülerinnen und Schüler sehr gute und wichtige Hilfsangebote machen.

Lassen Sie mich außerdem zum Schluss betonen, dass wir selbstverständlich weiterhin an den individuellen Ausnahmeregelungen festhalten, die das Ministerium für Schule und Bildung für Familien mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe schafft. Seit Beginn der Pandemie können Schülerinnen und Schüler vom Präsenzunterricht befreit werden, um sie selbst oder vorerkrankte Angehörige zu schützen. Sie nehmen dann freiwillig am Lernen auf Distanz teil. Diese Entscheidung wird individuell und direkt von der jeweiligen Schulleitung getroffen und ist für viele betroffene Familien eine wichtige Erleichterung.

Zentrale Prüfungen nach der 10. Klasse

Die vergangenen Monate des Lockdowns haben insbesondere die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien stark getroffen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die zu Hause keine optimalen Bedingungen vorfinden, sind die Bildungs- und Entwicklungschancen stark gefährdet. Aus diesem Grund wurde in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Wochen das Angebot von sogenannten „study halls“ geschaffen, in denen Schülerinnen und Schüler in Schulräumen am Distanzunterricht teilnehmen können. Außerdem wurde das Angebot der landesweiten Online-Lernplattform LOGINEO.NRW in den vergangenen Wochen um ein Videokonferenztool erweitert, wodurch der Distanzunterricht noch einmal deutlich verbessert werden konnte. Von zahlreichen Schulen und Verbänden haben wir gespiegelt bekommen, dass der Distanzunterricht vielerorts sehr gut funktioniert hat.

Dennoch war es uns in der FDP-Landtagsfraktion ein großes Anliegen, dass die Abschlussjahrgänge schnellstmöglich in den Präsenzunterricht zurückkehren können, sobald es aus Sicht des Infektionsschutzes wieder verantwortbar war. Wir wollen sicherstellen, dass sie eine bestmögliche Vorbereitung auf ihre Prüfungen erhalten. Aus diesem Grund haben wir uns unter anderem für die Priorisierung der Abschlussklassen bei der Rückkehr in den Präsenzunterricht eingesetzt und die Wiederaufnahme des (Teil-)Präsenzunterrichts zum 22. Februar 2021 bewirkt. Außerdem möchten wir an dieser Stelle daran erinnern, dass wir uns auch im vergangenen Jahr für eine möglichst lange Ermöglichung des Präsenzunterrichts unter Wahrung der Hygienemaßnahmen eingesetzt haben, um den Schülerinnen und Schülern in Nordrhein-Westfalen bestmögliche Bildungschancen zu ermöglichen.

Dennoch ist klar: Die aktuelle Zeit ist eine besondere Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler. Wir nehmen Ihre Bedenken sehr ernst und haben uns dafür eingesetzt, dass diese bei der diesjährigen Durchführung der ZP 10 bedacht werden, um faire Prüfungsbedingungen zu schaffen.

So soll der Prüfungsbeginn auf den 19. Mai verschoben werden, damit die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit zur gezielten Prüfungsvorbereitung haben. Außerdem hat eine Konkretisierung der fachlichen Vorgaben stattgefunden, sodass mögliche Themenfelder eingegrenzt wurden und die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler gezielter auf die Inhalte der Prüfungen vorbereiten können. Wir sorgen zudem für mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Prüfungsaufgaben: Einerseits für die Lehrkräfte, damit diese gezielt Aufgaben auswählen können, die zum erteilten Unterricht passen und andererseits wird es weitere Auswahlmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler geben, wodurch diese Prüfungsaufgaben auswählen können, die bestmöglich zu ihrem individuellen Lernstand passen. Zuletzt soll es eine Modifikation im Bewertungsraster geben, damit die Lehrkräfte bei der Bewertung der Prüfungen die Möglichkeit haben, Spielräume vor dem Hintergrund des erteilten Unterrichts zu nutzen. Dieses umfangreiche Gesamtkonzept soll faire und dabei trotzdem landeseinheitliche Zentrale Abschlussprüfungen in der Klasse 10 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch ermöglichen. Dadurch möchten wir verhindern, dass die Abschlüsse hinsichtlich ihrer Wertigkeit angezweifelt werden könnten und den Schülerinnen und Schülern auf ihrem weiteren Lebensweg Nachteile durch die Pandemie entstehen. Dieses Vorhaben wurde auch in einem gemeinsamen Beschluss der Kultusministerkonferenz festgehalten, um vergleichbare Bedingungen in allen Bundesländern zu schaffen.

Der Entwurf zum Bildungssicherungsgesetz wurde im Ministerium für Schule und Bildung unter Prüfung aller relevanten Aspekte und unter Beteiligung der betroffenen Verbände erstellt. Im weiteren Verfahren wird der Gesetzesentwurf einer Prüfung durch das Parlamentarische Verfahren unterzogen und im Nordrhein-Westfälischen Landtag debattiert.

Wechselunterricht für alle Jahrgangsstufen 🏫

Seit zwei Wochen sind in NRW nun die Schüler*innen der Grund- und Förderschulen und der Abschlussklassen im Wechselbetrieb in die Schulen zurückgekehrt. Der Wiedereinstieg hat gut funktioniert und das Infektionsgeschehen blieb weiter stabil. Das Schulministerium Bildungsland NRW hat nun zusammen mit den Schulverbänden entschieden, dass ab dem 15.03. auch alle anderen Jahrgangsstufen im Wechselbetrieb an die Schulen zurückkehren. ✅

Wie auch schon vor zwei Wochen entscheiden auch zum 15. März die Schulleitungen passgenau über die konkrete Ausgestaltung des Wechselmodells. Wir setzen dabei lediglich Leitplanken: Zum Beispiel soll kein*e Schüler*in länger als eine Woche am Stück auf Distanz unterrichtet werden. Die Rahmenbedingungen für die Abschlussklassen bleiben übrigens auch weiter bestehen. 📚

Die letzten Wochen und Monate waren hart – für die Schüler*innen, aber auch für ihre Familien. Viele sind seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Das wirkt such negativ auf Bildungschancen und die Psyche der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien aus. Ich freue mich deshalb, dass in einer Woche wieder alle Jahrgangsstufen in die Schulen zurückkehren. Auf den Schritt habe ich mich seit Weihnachten gefreut. 💛💙

Rückkehr in den Wechselbetrieb zum 22.02.2021

Ab dem 22.02. wird in NRW für Schülerinnen und Schüler in Grund- und Förderschulen sowie in Abschlussklassen der Unterricht im Wechselmodell (zwischen Präsenz- und Distanzunterricht) stattfinden. Hierzu hat das Bildungsministerium diese Woche eine Schulmail an alle Schulen in NRW gesendet. 🏫

Zur Ausgestaltung des Wechselmodells gibt das Land als Rahmen vor, dass für jeden Schüler maximal 5 Tage am Stück Lernen auf Distanz stattfinden darf. Außerdem wird empfohlen, im Präsenzbetrieb Schwerpunkte zu setzen – in der Grundschule auf Deutsch, Mathe und Sachkunde und in den Abschlussklassen auf die Prüfungsfächer. Über die konkrete Ausgestaltung, wann und in welcher Besetzung die einzelnen Klassen in Präsenz beschult werden, entscheidet die Schulleitung passgenau. ✅

Eine wichtige Botschaft für unsere Familien: Das Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 – 6 bleibt bestehen! 📚

Als weitere Maßnahmen wurden die VERA-Prüfungen ins neue Schuljahr verschoben, weniger Klassenarbeiten zwingend vorgeschrieben und die Ferienprogramme um 36 Mio. EUR bis Sommer 2022 ausgeweitet. Außerdem erhält jede Lehr- und OGS-Kraft 2 Schutzmasken pro Präsenztag sowie die Möglichkeit, sich 2x pro Woche kosten- und anlasslos testen zu lassen. 🧬

Ich freue mich, dass mit dem Wechselmodell ein Stück Normalität in das Leben der Kinder und Jugendlichen zurückkehrt. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen im Bildungssektor Tätigen, die seit Beginn der Pandemie für die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen an ihre Grenzen (und darüber hinaus) gehen. 💙💛

Unterstützung für Familien in der Corona-Krise

Gestern haben wir im Landtag von Nordrhein-Westfalen erneut über die aktuelle Schulpolitik in der Corona-Krise debattiert. Wir Freien Demokraten wissen, dass unsere Kinder, Jugendlichen und Eltern derzeit am meisten unter der Pandemie leiden. Wir lassen sie nicht im Stich und unterstützen unsere Familien – denn die Menschen in Nordrhein-Westfalen können sich auf uns verlassen.

Verlängerung des Distanzlernens bis zum 14.02.

Heute hat Bildungsministerin Yvonne Gebauer auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass im @bildungsland.nrw das Distanzlernen bis zum 14.02. verlängert wird. NRW setzt damit den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz von letzter Woche um. Wir reagieren auf die höhere Infektionsgefahr durch die Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika. 🦠

Ich freue mich, dass die Rückmeldungen und Erfahrungen aus den letzten Wochen gezeigt haben, dass die Schulen in NRW sehr gut auf den Distanzunterricht vorbereitet waren. Hierzu haben unsere Sofortausstattungsprogramme, Handreichungen für die Lehrkräfte sowie ein sicherer Rechtsrahmen beigetragen. Auch unsere digitale Lernplattform LOGINEO.NRW läuft stabil. Ich schließe mich daher gerne dem Appell von Yvonne Gebauer an, dass noch mehr Schulen auf LOGINEO umstellen. 🚀

Besonders wichtig finde ich auch das klare Bekenntnis zum diesjährigen Abitur und der ZP10. Das schafft Klarheit für die Abschlussjahrgänge! Ein Abweichen von der bundesweiten Regelung hin zu einem Freischuss, Durchschnittsabitur oder „Kurzschuljahr“, wie die Opposition fordert, hätte den Ruf des NRW-Abiturs auf Jahre beschädigt und den Schulabschluss entwertet. Stattdessen setzen wir auf sichere und faire Prüfungen. Wir verschieben den Prüfungsbeginn um 9 Tage und erweitern den Aufgabenpool, damit die Lehrkräfte mehr Spielraum bei der Auswahl der Aufgaben haben. ✅

Mein ausdrücklicher Dank gilt den hochengagierten Lehrerinnen und Lehrern in NRW, die in der Pandemie an ihre Grenzen gehen und so für die bestmögliche Bildung unserer Kinder sorgen. 💛💙

Unterstützung für unsere Schulen in der Pandemie

Der Präsenzunterricht ist essenziell für den Bildungserfolg unserer Kinder und Jugendlichen. Das Lernen auf Distanz darf auch weiterhin nur ultima ratio sein. 🏫

Heute möchte ich Euch gerne einmal zusammenfassen, was die Landesregierung, das Bildungsministerium und die NRW-Koalition die letzten Wochen und Monate auf den Weg gebracht haben, um den Präsenzbetrieb auch in Pandemiezeiten zu stärken: 💪

– 50 Mio. EUR zur Förderung der Anschaffung von Raumluftfilteranlagen

– 13,5 Mio. EUR für weitere Schulbusse

– 6,5 Mio. EUR für Schutzausrüstung (zB FFP2-Masken) für Lehrkräfte

– Kostenlose anlasslose freiwillige Corona-Testungen für Lehrkräfte

– das Vierte Maßnahmenpaket zur Gewinnung neuer Lehrkräfte 🚀

Zusätzlich unterstützen wir die Schulen mit weiteren Maßnahmen bei der Digitalisierung und dem ggfs notwendigen Distanzunterricht: 💻

– 103 Mio. EUR für die Ausstattung unserer Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten – als erstes Bundesland!

– zusätzliche 55 Mio. EUR für Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler, die sich keines leisten können

– 5,4 Mio. EUR zusätzliches Fortbildungsbudget für Lehrkräfte

– 75 Mio. EUR für Ferienprogramme für Schülerinnen und Schüler

– Weiterentwicklung von LOGINEO als kostenlose und rechtssichere Lernplattform für den digitalen Unterricht: jetzt mit Lernmanagementsystem Moodle und einem Messenger, bald kommt ein Videokonferenzsystem dazu

– Handreichungen für die Schulen zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht – auch da gehen wir als erstes Bundesland voran! 💛💙

… und während der Pandemie haben wir außerdem die Schulsozialarbeit gesichert, den Masterplan Grundschule und den schulscharfen Sozialindex auf den Weg gebracht. 🤓

Digitalisierung in Schule: Programme für digitale Endgeräte stark nachgefragt!

Um einen möglichst hochwertigen Distanzunterricht sicherzustellen, hat das Land NRW Fördermittel in Höhe von insgesamt 158 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Mit dem Sofortausstattungsprogramm werden digitale Endgeräte für Lehrkräfte sowie für Schüler, die sich keine eigenen Geräte leisten können, finanziert.

NRW ist damit auch übrigens das erste Bundesland, das seine Lehrkräfte mit Leihgeräten ausstattet! 💻

Ich freue mich, dass schon 83% der Fördersumme beantragt wurden und NRW so einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass die Digitalisierung in Schulen und aktuell das Lernen auf Distanz gelingen können. Gerade auch die Leihgeräte für Schüler sorgen für mehr Bildungsgerechtigkeit. 💛💙