⭐ Haushalt 2022: Ganztag in NRW

Weiter geht‘s mit meiner Reihe zum Landeshaushalt 2022. Auch den Offenen Ganztag haben wir in NRW in den letzten Jahren gestärkt.

Seit 2017 haben wir die Landesmittel für den Ganztag stetig erhöht. Ab dem Schuljahr 2022/23 werden in NRW 362.500 Ganztagsplätze und damit rund 55.000 mehr als im Schuljahr 2017/18 zur Verfügung stehen.

Die Ganztagsbetreuung ist ein unabdingbarer Bestandteil unseres Bildungssystems, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärkt sowie Bildungschancen sichert und soziale Benachteiligungen abbaut. Es ist deshalb ein wichtiger Erfolg, dass wir mehr Plätze schaffen konnten und zugleich in die Qualitätssteigerung investiert haben.

Aktuelle Coronalage an unseren Schulen

Heute möchte ich Euch zur aktuellen Coronalage an den NRW-Schulen updaten. Das sind die – sehr erfreulichen – Daten des Bildungsland NRW aus der letzten Woche:

✏️ 99,2% der Schüler:innen und 99,1% der Lehrkräfte sind in Präsenz in den Schulen.
✏️ Nur 7.581 (0,4%) der Schüler:innen sind in Quarantäne, 4.780 (0,25%) in häuslicher Isolation (Corona-positiv).
✏️ Bei den Lehrkräften sind es sogar nur 158 (0,11%) in Quarantäne und 116 (0,08%) in häuslicher Isolation.
✏️ Mehr als 90% der Lehrkräfte in NRW sind vollständig geimpft.

Diese Zahlen zeigen, dass die Schulen weiterhin sichere Orte sind. Das ist vor allem den zahlreichen Maßnahmen zum Infektionsschutz in unseren Schulen zu verdanken, unter anderem den Hygienekonzepten, der frühzeitigen Impfung von Lehrkräften und drei Corona-Tests pro Woche für alle Schüler:innen. Die Maßnahmen wirken.

Unsere Kinder und Jugendlichen haben so sehr unter der Pandemie gelitten, insbesondere unter den psychischen Auswirkungen der sozialen Isolation. Das Risiko für psychische Erkrankungen und ihre Folgen ist für unsere Kinder und Jugendlichen weitaus größer als das einer schweren Covid-Erkrankung. Hinzu kommen verpasste Bildungschancen, die wir mit sehr viel Mühe und Anstrengung zusammen wieder aufholen müssen.

Auch, wenn ich immer mal wieder vereinzelte Zuschriften bekomme, die uns eine „Durchseuchung“ der Schüler:innen (und Schlimmeres!) vorwerfen und sofortige Schulschließungen fordern: Nicht mit mir, das wäre ein schwerer Fehler. Unsere Kinder brauchen Präsenzunterricht. Die Schulen bleiben geöffnet.

Finanzbildung

Zwei neue Studien von Kantar und Forsa zeigen, dass bei der Finanzbildung von jungen Menschen leider noch erhebliche Lücken bestehen. Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, „nicht so viel“ oder „so gut wie nichts“ in Sachen Wirtschaft gelernt zu haben, bzw. beurteilten die Performance ihrer Schulen in Sachen Finanzbildung mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

Grund für Optimismus gibt aber, dass die Schüler:innen mehr im Bereich Wirtschaft lernen wollen. 77% der von Kantar Befragten meinen, dass bundesweit das Schulfach Wirtschaft eingeführt werden sollte.

Mir zeigen die beiden Studien, wie wichtig und überfällig es war, dass wir im Bildungsland NRW das Schulfach Wirtschaft-Politik eingeführt haben. Es ist fahrlässig, wenn wir die Verbraucherbildung unserer Kinder und Jugendlichen, dazu gehört auch Finanzwissen, dem Zufall überlassen!

Lockerung der Quarantäneregeln an den Schulen

— Update vom 08.09.2021 —

Vor rund zwei Wochen starteten die rund 2,5 Millionen Schüler:innen in NRW in ein neues Schuljahr. Damit sind zwar auch die Infektionszahlen durch die für uns absehbaren Folgen der Reiserückkehrer wieder gestiegen, aber es gibt keinen Grund zur Verbreitung von Angst und Panik.

In der letzten Augustwoche wurden von den insgesamt 2,5 Millionen Schüler:innen 6.561 Schüler:innen positiv getestet, für 30.000 wurde Quarantäne angeordnet. Das entspricht einer Quote von 0,26% Infizierten und 1,2% Quarantänisierten. Das zeigt ganz deutlich, dass unsere Schulen sicher waren und es immer noch sind!

Dennoch unterschätzen wir die aktuellen Inzidenzzahlen nicht, das wäre ein Fehler. Wir setzen daher auf eine entschlossene Präventionspolitik. Der Schutz in den Schulen in NRW ist auf einem bislang noch nie da gewesenen hohen Niveau, was nicht zuletzt auf dem gut erprobten Hygienekonzept, der flächendeckenden Teststrategie, dem Erfolg der groß angelegten Impfkampagne sowie den Förderprogrammen für Luftfilter liegt. Einer Abfrage zufolge beträgt die generelle Impfquote unter Lehrkräften bereits 87,5%, bei den Schüler:innen der Altersklasse 12-17 Jahre, die schon eine Erstimpfung erhalten haben, 38%. Das sind ermutigende Zahlen – gerade mit Blick auf die Quarantäneregeln.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat in Abstimmung mit dem Ministerium für Schule und Bildung mit der Schulmail vom 12. August klare Vorstellungen formuliert, wie die künftigen Quarantäneregeln aussehen sollen. Dazu gehörte insbesondere, dass im Regelfall nur noch die Sitznachbar:innen (davor, dahinter, links und rechts) und die Lehrkraft als enge Kontaktpersonen der positiv getesteten Schüler:innen eingestuft und in 14-tägige Quarantäne geschickt werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind vollständig Geimpfte und Genesene.

Leider mussten wir feststellen, dass die Gesundheitsämter sehr unterschiedlich und nicht immer im Einklang mit diesen Regeln entscheiden. Ich habe viele Rückmeldungen bekommen, dass mehr als die vier Sitznachbar:innen oder sogar doch ganze Schulklassen in Quarantäne geschickt wurden. Auch haben die Gesundheitsämter oft sehr spät reagiert und viele Familien fühlten sich zu Recht verunsichert und im Stich gelassen. Die unterschiedliche Handhabe durch die örtlichen Behörden fanden wir außerordentlich unglücklich – deswegen haben wir sie beendet.

Deswegen hat unsere Schulministerin Yvonne Gebauer am 01. September im Ausschuss für Schule und Bildung ein pragmatisches und einheitliches Vorgehen vorgeschlagen, das wir nun in NRW umsetzen:

Künftig müssen nur noch infizierte Kinder in eine 14-tägige Isolation. Es werden keine Quarantänen von Kontaktpersonen in der Schule oder Kita mehr angeordnet. Zur besseren Kontrolle wird bei Auftreten eines Falls in der Schule mehr getestet. Nur dann, wenn ein erkennbar größerer Ausbruch vorliegt, müssen Mitschüler:innen in Quarantäne. Diese können sich dann aber nach fünf Tagen mittels PCR-Test freitesten.

Ich freue mich sehr, dass wir in NRW diesen pragmatischen Weg gehen, der auch für die Familien mehr Klarheit und Transparenz schafft. Der Schutz in den Schulen vor Corona war noch nie so gut, die Schulen sind sichere Orte. Die vielen Maßnahmen setzen wir fort und sorgen so dafür, dass möglichst viel Präsenzunterricht stattfinden kann.

Die SPD-Landtagsfraktion hatte derweil übrigens vorgeschlagen, stattdessen wieder bei einem positiven Corona-Test ganze Klassen für fünf Tage in Quarantäne zu verfrachten. Statt 30.000 Kinder und Jugendliche hätten beim SPD-Vorschlag rund 162.500 Schüler:innen zu Hause bleiben müssen – das sind fünfmal so viele! 162.500 Kinder und Jugendliche und ihre Familien hätten unter verpassten Bildungschancen gelitten, Betreuung und Tests organisieren müssen. Wir wollen die Familien nicht weiter belasten und erteilen solchen kinderunfreundlichen Ideen eine klare Absage.

Über dieses Thema habe ich auch am 02. September mit Elif Senel im WDR5-Tagesgespräch diskutiert. Die Sendung können Sie hier nachhören: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/tagesgespraech/tg-zweiter-september-110.html

Land NRW unterstützt Bonner Schulen

Gute Nachrichten für Bonn: Insgesamt über 4 Mio. EUR aus dem Landesprogramm „Extra-Geld“ fließen an unsere Schulen in der Bundesstadt. Die Mittel können frei durch Schulen und Schulträger eingesetzt werden. ✅

Ich bin sehr froh, dass das Schulministerium die Schulträger und Schulen unbürokratisch dabei unterstützt, die entstandenen Bildungslücken zu schließen. Das Geld können die Schulen direkt vor Ort in schulübergreifende Projekte oder Bildungsgutscheine für externe Angebote investieren. 📚

Mehr Informationen zum Programm „Extra-Geld“ gibt es hier: https://www.schulministerium.nrw/extra-geld

Schulstart nach den Sommerferien

Heute hat unsere NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer in einer Pressekonferenz erklärt, wie es an den Schulen in NRW nach den Sommerferien weitergeht. Die entsprechende Schulmail mit allen Informationen wurde bereits gestern versandt.

Wie auch in den letzten Wochen vor den Sommerferien findet der Unterricht unter strengen Hygienemaßnahmen in voller Präsenz statt. Unser Ziel ist es, für die Lehrkräfte, Schüler:innen und Eltern so viel Normalität wie möglich zu schaffen. Zum Beispiel sind Einschulungsfeiern – wie die Entlassfeiern vor den Ferien – möglich. Auch Klassenfahrten können wieder unter Auflagen stattfinden.

Wir bleiben natürlich bei zwei Tests pro Woche, auch die Maske im Innenbereich der Schulen bleibt erst mal Pflicht. 😷 Zusätzlich stellen wir als Land gemeinsam mit dem Bund über 90 Mio. EUR zur Förderung von Luftfilteranlagen zur Verfügung, die von den Schulträgern (in der Regel sind das die Städte oder Kreise) jetzt abgerufen werden können. Auch die Impfkampagne und niederschwellige Impfangebote etwa an Berufskollegs tragen dazu bei, dass unsere Schulen sichere Orte sind.

Es ist gut, dass in NRW das Schuljahr in voller Präsenz startet. Jetzt geht es erst mal ums Ankommen und Aufholen. Die Lehrkräfte können in Präsenz die Ausgangslagen der Schüler:innen viel besser zielgenau ermitteln und bestmöglichen Unterricht anbieten. Und auch der Austausch mit Gleichaltrigen ist für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen enorm wichtig. Viele haben ihre Klassenkamerad:innen und Lehrkräfte schmerzlich vermisst.

Eines kann ich versprechen: Wir werden uns weiter jeden Tag dafür einsetzen, dass so viel Präsenzunterricht wie möglich stattfinden kann und wir Bildungschancen sichern. Und Ihr könnt auch dabei mithelfen, die Pandemie endlich zu beenden, ganz egal ob Ihr Kinder habt oder nicht: Lasst Euch impfen.

Impfangebote an Berufskollegs

Mittlerweile sind über 65% der Bevölkerung in NRW mindestens einmal und über 54% vollständig geimpft. Damit liegen wir über dem Bundesschnitt und jeweils auf dem vierten Platz im Ländervergleich. Wir werben so viel wir können für die Impfung und eine damit weiter steigende Impfquote.

Dafür hat das Land nun ein neues Angebot für Schüler:innen und Beschäftigte an Berufskollegs geschaffen. Zu Beginn des neuen Schuljahrs erhalten diese ein Angebot durch die Impfzentren der Kreise bzw. kreisfreien Städte. In Absprache mit Schulträger und -leitung sind auch mobile Impflösungen an den Berufskollegs möglich.

Es ist wichtig, dass wir die Impfungen so einfach und unkompliziert wie möglich anbieten, damit wir alle Impfwilligen so schnell wie möglich impfen. Das neue Angebot des Landes ist deshalb ein guter Schritt sowohl für eine höhere Impfquote insgesamt zu sorgen, als auch den Präsenzbetrieb an den Berufskollegs weiter zu sichern.

Rückkehr unserer Schüler:innen in Vollpräsenz zum 31. Mai

Heute haben Armin Laschet und Schulministerin Yvonne Gebauer in der Landtagsunterrichtung hervorragende Nachrichten für unsere Schüler:innen in NRW verkündet. In Kreisen und kreisfreien Städten, die an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen eine Inzidenz unter 100 aufweisen, kehren ALLE Schüler:innen ab dem 31. Mai wieder in Vollpräsenz in die Schulen zurück.

Unsere Schüler:innen haben in den letzten 15 Monaten auf so vieles verzichtet und (richtigerweise) zurückgesteckt aus Rücksicht auf ältere Personen und andere Risikopatienten. Diese Bevölkerungsgruppe ist mittlerweile überwiegend geimpft oder ihr Impftermin ist vereinbart beziehungsweise in Sicht. Die Infektionszahlen im Land sinken, dafür sind wir sehr dankbar. Nun ist die Zeit gekommen, unseren Schüler:innen ein großes Stück mehr Normalität zurückzugeben. Die strengen Hygienemaßnahmen (negative Testung, Abstand, Masken, etc.) bleiben bestehen, wenn nun alle Schüler:innen endlich wieder jeden Tag an ihre Schulen zurückkehren.

Dieser Schritt ist so richtig und wichtig. Immer mehr Kinder- und Jugendärzte warnen schon seit Monaten vor den psychischen Folgen, unter denen viele Schüler:innen durch den Lockdown und die Schulschließungen leiden. Vielerorts waren und sind die Kinder- und Jugendpsychiatrien leider derart voll, dass nur noch suizidgefährdete Personen aufgenommen werden können. Es ist von einer Triage-Situationen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie die Rede. Das dürfen wir nicht tatenlos hinnehmen.

Kinder brauchen Kinder, damit sie sich optimal entwickeln können. Dafür können wir jetzt endlich wieder besser sorgen. Ich freue mich deshalb sehr, dass in vielen Kreisen in NRW bald wieder Präsenzbetrieb möglich ist – ehrlicherweise fällt mir ein richtiger Stein vom Herzen. 💛💙

Umgang mit Anträgen auf stadt- und kreisweite Schulschließungen

— zuletzt aktualisiert am 18.03.21: Erlass des Gesundheitsministeriums NRW eingefügt —

1. Ausgangslage

Zum 22. Februar 2021 sind die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Förderschulen und Abschlussklassen im Wechselmodell in die Schulen zurückgekehrt. Seit 15. März 2021 kehren nun auch alle weiteren Schülerinnen und Schüler im Wechselunterricht an die Schulen zurück.

Nach knapp drei Monaten des Lernens auf Distanz ist das ein ersehnter Schritt für die Schülerinnen und Schüler.
Nach den Erfahrungen des ersten Lockdowns vor einem Jahr ist uns allen sehr bewusst, dass gerade Familien mit Kindern und Alleinerziehende über viele Wochen hinweg eine große Doppelbelastung, wenn nicht gar eine Mehrfachbelastung, zu stemmen hatten. Es verdient große Anerkennung und Wertschätzung, dass die Familien in der Zeit dieses ausschließlichen Distanzunterrichts ihre Kinder jenseits all der anderen Herausforderungen, die diese Pandemie für viele Menschen mit sich bringt, so intensiv unterstützt und begleitet haben.

Schulleitungen und Lehrkräfte berichten, dass sie einige Schülerinnen und Schüler im Lernen auf Distanz nicht oder nicht ausreichend erreichen konnten. Inzwischen sind erhebliche Lernlücken entstanden, die nicht so einfach zu schließen sein werden. Hier handelt es sich nicht ausschließlich um Schülerinnen und Schüler aus sozial herausfordernden Familiensituationen. Wir als Gesellschaft dürfen keine noch größeren Lernlücken oder verlorene Anschlusschancen unserer Schülerinnen und Schüler riskieren.

Der Kinderschutzbund warnt zudem auch vor der Zunahme an körperlichen und seelischen Erkrankungen und Schädigungen unserer Kinder und Jugendlichen durch die Schulschließungen. Auch die „soziale Kontrolle“ ist nur noch eingeschränkt möglich. Der Kinderschutzbund befürchtet ein hohes Dunkelfeld von körperlicher und seelischer Gewalt gegen Kinder. Er erklärt dies unter anderem damit, dass die Lehrkräfte im Lernen auf Distanz weniger Möglichkeiten als im Präsenzunterricht haben, Auffälligkeiten bei ihren Schülerinnen und Schülern zu entdecken.

Schulen sind keine „infektionsfreien Räume“, aber auch keine Hot-Spots. Das hat auch die „Virenwächter-Studie“ der LMU München im Februar 2021 bestätigt: „Kinder […] tragen nicht signifikant zur Ausbreitung der Pandemie bei, wenn geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen werden.“ Das Vorhandensein von Schutzmaßnahmen wie AHA-L-Regeln ist hier von entscheidender Bedeutung.
Das bestätigt auch eine Datensammlung von 100 Kinderkliniken in Bayern (11/2020): „Schulschließungen werden nicht als Mittel der Wahl angesehen, um die Infektionszahlen zu senken, da Schulen nicht als Haupttreiber der Infektionen gelten. Empfohlen wird hingegen, auf eine sorgfältige Einhaltung der Hygienekonzepte wie die AHA-Regeln und regelmäßiges Lüften zu achten.“

2. Anträge von Kommunen auf Rückkehr zum Lernen auf Distanz

Einzelne Kommunen in NRW hatten verkündet, auf den Wechselunterricht bis zu den Osterferien (zwei Wochen) verzichten und die Schulen schließen zu wollen. Begründet wurde dies mit überdurchschnittlichen Inzidenzwerten (zum Beispiel Ruppichteroth, Kreis Düren) oder dem Impfstopp von AstraZeneca am 15. März.
Die Hauptverwaltungsbeamten dort sind der Auffassung, dass durch Schulschließungen eine Reduzierung der Inzidenz möglich sei bzw. eine Erhöhung der Inzidenz vermieden werden könnte.

3. Reaktion des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Schulministerium hat sich mit den betroffenen Akteuren im Kreis Düren ausgetauscht und eine gemeinsame Bewertung und Einschätzung der Lage vorgenommen. Dabei haben die handelnden Akteure in Düren ihr Anliegen vorgebracht, aber auch Verständnis für die Haltung und Entscheidung der Landesregierung gezeigt, dass ab Montag für alle Jahrgänge wieder Wechselunterricht in kleinen Lerngruppen ermöglicht und vor Ort umgesetzt wird. Darüber hinaus ist zugesichert worden, gemeinsam das Infektionsgeschehen weiter zu beobachten und konstruktiv bei Bedarf zielgerichtet weitergehende Maßnahmen zu erörtern und zu ergreifen.

Auch Anträge oder Interessensbekundungen anderer Städte und Kreise sind von der Landesregierung zurückgewiesen worden. Begründung war in allen Fällen, dass das Schließen von Schulen für alle Schülerinnen und Schüler oder für einzelne Jahrgänge nur ein letztes Mittel nach Ergreifen umfänglicher anderer Maßnahmen sein kann.

In einem Erlass des Gesundheitsministeriums hat die Landesregierung klargestellt, dass betroffene Kommunen Anträge mit Gesamtkonzepten zur Eindämmung des regionalen Infektionsgeschehens einreichen können. Schulschließungen können eingebettet in ein Gesamtkonzept einen Beitrag zum Infektionsschutz darstellen, dürfen aber nicht das erste und alleinige Mittel sein.

Eine rechtliche Grundlage für solche Anträge gibt es erst bei einer nachhaltigen und signifikanten Überschreitung der Inzidenz von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner pro Woche. In diesen Fällen muss ein ordentlicher Antrag gestellt werden. Erst nach Genehmigung durch das Gesundheitsministerium (in Absprache mit dem Schulministerium) können die Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens vor Ort umgesetzt werden.

4. Position der FDP-Landtagsfraktion NRW

Wir befürworten die Entscheidung der Landesregierung, sich gegen die pauschalen und flächendeckenden Schulschließungen vor Ort auszusprechen.

Wir kritisieren, dass die Kommunen es sich mit der flächendeckenden Schulschließung zu einfach machen und nicht genau hinschauen. In keiner der beantragenden Kommunen wurden andere Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens auch nur erwogen, zum Beispiel Schließungen des Einzelhandels, körpernaher Dienstleistungen oder sonstiger Betriebe.

Die Ausbrüche vor Ort sind nicht durch die Schulen entstanden. Entweder ist von einem „diffusen“ Infektionsgeschehen die Rede, das nicht auf Schulen oder andere Herde zurückzuführen ist (Düren, Oberbergischer Kreis) oder es gibt klar abgrenzbare Herde, die keine Schulen sind (Ruppichteroth: Fleischverarbeitungsbetrieb und Pflegeeinrichtung).

Sowohl in Städten als auch in Flächenkreisen sind übergreifende Entscheidungen der Kommunalhauptbeamten zu pauschal. Beispielsweise liegen im Kreis Düren zwischen der Grundschule Heimbach und der PRIMUS-Schule Titz 60km und eine Stunde Fahrzeit. Im Oberbergischen Kreis sind es zwischen der Grundschule GGS Bergerhof in Radevormwald und der Amitola-Grundschule in Morsbach 70km und 1h15 Fahrzeit.

Diese Beispiele zeigen, dass das Infektionsgeschehen an den einzelnen Schulen desselben Kreises alleine schon aufgrund der räumlichen Distanz höchst unterschiedlich und individuell zu betrachten ist.

Schulscharfe Entscheidungen in Quarantäne- und Erkrankungsfällen bleiben weiter möglich. Schulen können in Absprache mit der Schulaufsicht in Quarantäne- oder Erkrankungsfällen temporär auf das Lernen auf Distanz umstellen.

Debatten rund um eine zeitliche Nähe von zwei Wochen zu den Osterferien empfinden wir vor diesem Hintergrund als zynisch. Für uns Freie Demokraten zählt für die Bildungschancen unserer Kinder jeder Tag.

5. Dreiklang: Schützen, Impfen, Testen

Schon der Wechselunterricht ist eine Maßnahme, die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Schulen zu reduzieren und Kontakte zu begrenzen. Auch die inzwischen bewährten AHA-L-Regeln sind weiterhin wichtige Bausteine zum Infektionsschutz in unseren Schulen.

Das Ministerium für Schule und Bildung hat den Schulen ausführliche Handreichungen zu Hygienekonzepten bereitgestellt. Das Modell des Wechselunterrichts ermöglicht eine Verkleinerung der Lerngruppen, um vor Ort Abstände und Hygienemaßnahmen einhalten zu können. Dabei können die Schulen individuell Rücksicht auf die personellen und räumlichen Kapazitäten nehmen. So wird eine sichere und verantwortungsvolle Rückkehr in den (Teil-)Präsenzunterricht ermöglicht.

Die FDP hatte sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass das Personal an Grund- und Förderschulen in der Impfreihenfolge priorisiert wird. Der Impfstopp mit AstraZeneca ist dafür ein Rückschlag. Wir hoffen auf eine positive Impfstoffbewertung der EMA noch in der KW11, damit die Impfungen des Schulpersonals schnellstmöglich fortgesetzt werden können.

In der KW 11 werden unseren Schulen 1,8 Millionen Corona-Selbsttests zur Verfügung gestellt. Sie sind ein zusätzlicher Baustein für den Infektionsschutz.

1,8 Mio. Selbsttests für unsere Schulen 🏫

Nächste Woche erhalten die Schulen in NRW 1,8 Mio. Selbsttests. Jede*r Schüler*in kann sich dann einmal die Woche selbst testen. Das findet während der Unterrichtszeit statt. Die Lehrkräfte beaufsichtigen die Testung nur: Die Schülerinnen und Schüler müssen sich keine Sorgen machen, dass ihnen die Lehrkräfte in die Nasenlöcher schauen (O-Ton Landesschüler*innenvertretung). 😉

Die Selbsttest werden zunächst nur den weiterführenden Schulen zur Verfügung stehen, langfristig aber an alle Schulen kommen. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen ist – wie Ihr wisst – aktuell nur eine begrenzte Zahl an Tests auf dem Markt verfügbar. Zum anderen wurde sich an den Empfehlungen der Wissenschaft orientiert, die von einem im Vergleich niedrigeren Infektionsgeschehen an Grundschulen ausgehen. Glücklicherweise bekommen seit dieser Woche Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen schon ein Impfangebot. 💉

Ich freue mich sehr, dass nun zu den Impfungen für Grund- und Förderschullehrkräfte und den vielen Hygienemaßnahmen an Schulen wie Maskenpflicht und AHA-L-Regeln nun auch Selbsttests für unsere Schüler*innen hinzukommen. Durch den Dreiklang „Schützen, Impfen, Testen“ sorgt das Bildungsland NRW für noch mehr Sicherheit und ein geringeres Infektionsgeschehen an unseren Schulen. ✅

Es so richtig und wichtig, dass die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen auch in Pandemiezeiten Priorität hat.