1,8 Mio. Selbsttests für unsere Schulen 🏫

Nächste Woche erhalten die Schulen in NRW 1,8 Mio. Selbsttests. Jede*r Schüler*in kann sich dann einmal die Woche selbst testen. Das findet während der Unterrichtszeit statt. Die Lehrkräfte beaufsichtigen die Testung nur: Die Schülerinnen und Schüler müssen sich keine Sorgen machen, dass ihnen die Lehrkräfte in die Nasenlöcher schauen (O-Ton Landesschüler*innenvertretung). 😉

Die Selbsttest werden zunächst nur den weiterführenden Schulen zur Verfügung stehen, langfristig aber an alle Schulen kommen. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen ist – wie Ihr wisst – aktuell nur eine begrenzte Zahl an Tests auf dem Markt verfügbar. Zum anderen wurde sich an den Empfehlungen der Wissenschaft orientiert, die von einem im Vergleich niedrigeren Infektionsgeschehen an Grundschulen ausgehen. Glücklicherweise bekommen seit dieser Woche Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen schon ein Impfangebot. 💉

Ich freue mich sehr, dass nun zu den Impfungen für Grund- und Förderschullehrkräfte und den vielen Hygienemaßnahmen an Schulen wie Maskenpflicht und AHA-L-Regeln nun auch Selbsttests für unsere Schüler*innen hinzukommen. Durch den Dreiklang „Schützen, Impfen, Testen“ sorgt das Bildungsland NRW für noch mehr Sicherheit und ein geringeres Infektionsgeschehen an unseren Schulen. ✅

Es so richtig und wichtig, dass die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen auch in Pandemiezeiten Priorität hat.

Extra-Zeit zum Lernen 💡

Bereits im letzten Jahr hat das Schulministerium Bildungsland NRW außerschulische Maßnahmen und Ferienprogramme gefördert. Damit wollen wir Lernlücken, die den Schülerinnen und Schülern durch die Pandemie entstanden sind, ausgleichen. 🏫

Doch die Pandemie ist nicht beendet. Daher verlängern wir die Laufzeit der Richtlinien bis zu den Sommerferien 2022. Für diese „Extra-Zeit zum Lernen“ stellt das Land insgesamt 36 Mio. EUR zur Verfügung. 💰

Als weitere Neuerung können nun auch die Universitäten Fördermittel abrufen und bei der Aufarbeitung der Lücken helfen. Dies ermöglicht auch den Einsatz von Studierenden, die so zugleich weitere Praxiserfahrungen sammeln können. 🧑🏼‍🏫

Das Programm leistet einen wertvollen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und hilft pandemiebedingte Nachteile auszugleichen. Ich finde es deshalb richtig, dass mit der neuen Richtlinie das erfolgreiche Konzept fortgesetzt und langfristige Förderungen ermöglicht wurden. 🚀

Wechselunterricht für alle Jahrgangsstufen 🏫

Seit zwei Wochen sind in NRW nun die Schüler*innen der Grund- und Förderschulen und der Abschlussklassen im Wechselbetrieb in die Schulen zurückgekehrt. Der Wiedereinstieg hat gut funktioniert und das Infektionsgeschehen blieb weiter stabil. Das Schulministerium Bildungsland NRW hat nun zusammen mit den Schulverbänden entschieden, dass ab dem 15.03. auch alle anderen Jahrgangsstufen im Wechselbetrieb an die Schulen zurückkehren. ✅

Wie auch schon vor zwei Wochen entscheiden auch zum 15. März die Schulleitungen passgenau über die konkrete Ausgestaltung des Wechselmodells. Wir setzen dabei lediglich Leitplanken: Zum Beispiel soll kein*e Schüler*in länger als eine Woche am Stück auf Distanz unterrichtet werden. Die Rahmenbedingungen für die Abschlussklassen bleiben übrigens auch weiter bestehen. 📚

Die letzten Wochen und Monate waren hart – für die Schüler*innen, aber auch für ihre Familien. Viele sind seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Das wirkt such negativ auf Bildungschancen und die Psyche der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien aus. Ich freue mich deshalb, dass in einer Woche wieder alle Jahrgangsstufen in die Schulen zurückkehren. Auf den Schritt habe ich mich seit Weihnachten gefreut. 💛💙

Impfstart für Priorisierungsgruppe 2 🧬

Die Impfungen in NRW gehen in Runde 2:  NRW-Gesundheitsminister Laumann hat diese Woche den weiteren Impfplan für NRW vorgestellt. Das Land wird nun Personen der Priorisierungsgruppe 2 ein Impfangebot unterbreiten. 💉

Konkret bedeutet dies, dass ab dem 8. März folgende Personengruppen geimpft werden können:

– Kitabetreuer*innen und Kindertagespflegepersonen,

– Lehrkräfte und weiteres Personal an Grund- und Förderschulen,

– Polizeibeamt*innen mit Bürgerkontakt und

– Personal, Bewohner und Beschäftigte von Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

💛💙

Ich bin froh, dass die nach wie vor bundesweit schleppend verlaufenden Impfungen endlich in die 2. Runde gehen. Als Schulpolitikerin freue ich mich natürlich besonders darüber, dass nun mit den Lehrkräften diejenigen an der Reihe sind, die aktuell im Wechselbetrieb für die bestmögliche Bildung unserer Kinder sorgen. 📚

Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass auch Lehrkräfte der weiterführenden Schulen in die Priogruppe 2 aufgenommen werden. Das hat leider nicht geklappt. Wir müssen nun anderweitig dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen schnellstmöglich in Präsenzanteilen an die Schulen zurückkehren können. Selbsttests wie in Österreich wären dafür zum Beispiel ein Ansatz. 💭

Rückkehr in den Wechselbetrieb zum 22.02.2021

Ab dem 22.02. wird in NRW für Schülerinnen und Schüler in Grund- und Förderschulen sowie in Abschlussklassen der Unterricht im Wechselmodell (zwischen Präsenz- und Distanzunterricht) stattfinden. Hierzu hat das Bildungsministerium diese Woche eine Schulmail an alle Schulen in NRW gesendet. 🏫

Zur Ausgestaltung des Wechselmodells gibt das Land als Rahmen vor, dass für jeden Schüler maximal 5 Tage am Stück Lernen auf Distanz stattfinden darf. Außerdem wird empfohlen, im Präsenzbetrieb Schwerpunkte zu setzen – in der Grundschule auf Deutsch, Mathe und Sachkunde und in den Abschlussklassen auf die Prüfungsfächer. Über die konkrete Ausgestaltung, wann und in welcher Besetzung die einzelnen Klassen in Präsenz beschult werden, entscheidet die Schulleitung passgenau. ✅

Eine wichtige Botschaft für unsere Familien: Das Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 – 6 bleibt bestehen! 📚

Als weitere Maßnahmen wurden die VERA-Prüfungen ins neue Schuljahr verschoben, weniger Klassenarbeiten zwingend vorgeschrieben und die Ferienprogramme um 36 Mio. EUR bis Sommer 2022 ausgeweitet. Außerdem erhält jede Lehr- und OGS-Kraft 2 Schutzmasken pro Präsenztag sowie die Möglichkeit, sich 2x pro Woche kosten- und anlasslos testen zu lassen. 🧬

Ich freue mich, dass mit dem Wechselmodell ein Stück Normalität in das Leben der Kinder und Jugendlichen zurückkehrt. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen im Bildungssektor Tätigen, die seit Beginn der Pandemie für die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen an ihre Grenzen (und darüber hinaus) gehen. 💙💛

5-Phasen-Plan für NRW

Unser NRW-Familienminister Joachim Stamp hat einen 5-Phasen-Plan für eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung der Pandemiebekämpfung als persönlichen Debattenbeitrag vorgestellt. Er zeigt Wege auf, wie wir Grundrechtseingriffe beenden und mehr gesellschaftliches Leben schrittweise ermöglichen können.

Das ist neu: Dieser Plan orientiert sich zwar auch an den 7-Tages-Inzidenzen, aber es kommen ausdrücklich weitere Faktoren hinzu wie die Ü80-Inzidenz, freie Plätze auf Intensivstationen und der Impffortschritt.

Das sind die 5 Phasen:

Phase 1: Inzidenz 100 – 75, leicht abnehmendes Infektionsgeschehen
– Rückkehr zu Präsenz- und/oder Wechselunterricht für Grundschulen und Abschlussklassen,
– Öffnung von Außensport für Kinder,
– Öffnung von Friseuren mit festen Terminen.

Phase 2: Inzidenz 75 – 50, kontinuierlich abnehmendes Infektionsgeschehen
– Lockerung der Kontaktbeschränkungen auf 2 Haushalte
– eingeschränkter Regelbetrieb in Kitas
– mehr Präsenz in Schulen
– Öffnung von Außengastro und Handel unter Auflagen
– Hallen- und Außensport für 2 Personen.

Phase 3: Inzidenz 50 – 25, deutlich abnehmendes Infektionsgeschehen
– Angepasster Regelbetrieb in Kitas und Schulen mit Präsenz für alle Klassen
– Öffnung unter Auflagen zum Beispiel für Kultur, Gastro, Hotels und Hochschulen.

Phase 4: Inzidenz 25 – 10, anhaltend geringes Infektionsgeschehen
– Lockerung der Kontaktbeschränkung auf 10 Personen aus 5 Haushalten
– Regelbetrieb in Kitas
– Öffnung von Fitnessstudios und Schwimmbädern mit begrenzter Personenzahl
– Hochzeiten und Beerdigungen mit bis zu 100 Personen.

Phase 5: Inzidenz <10, dauerhaft kontrollierbares Infektionsgeschehen
– Aufhebung der Kontaktbeschränkungen
– Öffnung von Veranstaltungen, Kneipen und Bars mit Hygieneauflagen und Selbsttests.

Neben den fünf Phasen sieht das Positionspapier aber auch eine „Corona-Notbremse“ vor für den Fall eines explosionsartigen Anstiegs, etwa durch Virusmutationen vor. Sie soll zunächst regional eingeschränkt greifen. Den Link zum Gesamtpapier mit mehr Details findet Ihr hier: https://www.fdp.nrw/…/Entwurf%20Phasenmodell%20NRW.pdf

Im „Schulfach Wirtschaft“ vermitteln wir wertvolle Verbraucherbildung

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Dieser Tweet aus dem Jahr 2015 hatte die Debatte um mehr ökonomische und Verbraucherbildung in unseren Schulen beschleunigt und den Finger in eine seit Jahren klaffende Wunde gelegt.

Dieser Hilferuf kam nicht von Wirtschafts- oder Arbeitgeberverbänden, sondern direkt aus der Herzkammer: von unseren Schülerinnen und Schülern. Ein Bildungsverständnis, das den Menschen in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt stellt, ist sinnvoll. Wir  Freie Demokraten setzen dabei auch auf wirtschaftliche Grundkenntnisse des Alltags, um Schülerinnen und Schüler auf ihr zukünftiges Leben als mündige Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft vorzubereiten. Armut fällt nicht vom Himmel, das stimmt. Der beste Schutz gegen Armut ist eine vielseitige Schulbildung, die auf Lebenswirklichkeiten vorbereitet und junge Menschen befähigt, sich selbst zu verwirklichen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Im Jahr 2018 stufte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform 1,58 Mio. Menschen unter 30 Jahren in Deutschland als überschuldet ein. Mit 18 Jahren dürfen sie Smartphones, Fernseher und Konsolen auf Pump kaufen, unkompliziert und direkt an der Ladenkasse. Welche Risiken und langfristigen Verpflichtungen dahinter stehen, merken sie oft erst, wenn es schon zu spät ist.

Ziel der NRW-Koalition aus CDU und FDP ist es, junge Menschen auf ein selbstbestimmtes und glückliches Leben vorzubereiten. Sie sollen sich in ihren vielen Rollen gut zurechtfinden und die nötigen Kompetenzen erwerben, um die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Gesellschaft verantwortungsbewusst mitzugestalten. Neben mündigen und kompetenten Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern wollen wir eben auch, dass junge Menschen ihre Rechte und Pflichten als Verbraucherinnen und Verbraucher kennen, Verkaufsstrategien in der Konsumgesellschaft durchschauen und Einflüsse von Werbung auf Kaufentscheidungen verstehen können – in der analogen und digitalen Welt.

Im Jahr 2014 endete der Schulversuch „Wirtschaft an Realschulen“– 75% der Lehrkräfte, 87% der Eltern und 72% der Schülerinnen und Schüler wünschten sich eine Fortsetzung des Schulfachs Wirtschaft. Allein die damalige rot-grüne Landesregierung überzeugten diese Zahlen nicht. Warum sie den Schulversuch trotz der überwältigenden Resonanz jäh eingestampft haben, bleibt bis heute ihr Geheimnis.

Zum Schuljahr 2019/20 und 2020/21 haben wir an den erfolgreichsten Schulversuch in der Geschichte des Landes angeknüpft und das Schulfach Wirtschaft in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 eingeführt. Damit erreichen wir alle Schülerinnen und Schüler aller Schulformen – auch die, die schon nach dem mittleren Abschluss in die Ausbildung starten. Zur Einführung des neuen Schulfaches haben wir die Stundenanzahl im Bereich der Geisteswissenschaften insgesamt erhöht. Es werden also keine Stundenanzahlen anderer Fächer gekürzt, sondern auch die wichtige politische Bildung wird nachhaltig gestärkt. Trotz der Umbenennung des Fachs erhalten wir den Dreiklang aus politischer, soziologischer und ökonomischer Bildung. Auch das Fach „Sozialwissenschaften“ in der Oberstufe bleibt unberührt.

Konsequenterweise zieht die neue Ausrichtung des Schulfachs auch eine Anpassung des zugehörigen Lehramtsstudiums mit sich. Denn schließlich ist es doch nur logisch, die Lehramtsstudierenden auf die neuen Inhalte und Lehrpläne vorzubereiten. Wir profilieren den Studiengang „Sozialwissenschaften“ daher neu und benennen ihn in „Wirtschaft-Politik“ um. Genau wie im Schulfach bleibt auch der Studiengang interdisziplinär und vereint politische, soziologische und ökonomische Bildung. Wer heute Sozialwissenschaften auf Lehramt studiert oder studiert hat, erfüllt alle Voraussetzungen, um auch das neue Schulfach „Wirtschaft-Politik“ zu unterrichten – verpflichtende Fortbildungen wird es nicht geben. Die Klarstellung des Schulministeriums wurde auch von der Lehrergewerkschaft GEW gelobt. Es gibt keinen Grund, dass sich Lehrkräfte und Lehramtsstudierende der Sozialwissenschaften um ihre Zukunft sorgen müssen. Die rein ideologisch motivierte Kampagne von SPD und Grünen schürt unbegründete Angst.

Lassen Sie uns zur Sachdebatte zurückkehren und um die besten Lösungen ringen, wie wir gemeinsam dafür sorgen, unseren Schülerinnen und Schülern die besten Bildungschancen zu ermöglichen – ohne dass wir einzelne Fächer gegeneinander ausspielen.

Unterstützung für Familien in der Corona-Krise

Gestern haben wir im Landtag von Nordrhein-Westfalen erneut über die aktuelle Schulpolitik in der Corona-Krise debattiert. Wir Freien Demokraten wissen, dass unsere Kinder, Jugendlichen und Eltern derzeit am meisten unter der Pandemie leiden. Wir lassen sie nicht im Stich und unterstützen unsere Familien – denn die Menschen in Nordrhein-Westfalen können sich auf uns verlassen.

Falsche Gerüchte ums Schulfach Wirtschaft aus der Welt schaffen!

Wir wollen die ökonomische Bildung stärken und unsere Kinder zu mündigen Verbraucher:innen und Konsument:innen ausbilden. Daher haben wir im Bildungsland NRW das Schulfach Wirtschaft eingeführt. Zuletzt zeigte eine Studie der Allianz, wie dringend nötig die Kompetenzen gerade auch für die Altersvorsorge sind und wie wichtig und lange überfällig diese Entscheidung war. 📚

Aktuell macht jedoch die SPD-Landtagsfraktion auf dem Rücken der Lehramtsstudierenden gegen die Neueinführung Stimmung. Es sei angeblich geplant, die Kinder zu Kapitalisten zu erziehen, dass SoWi-Lehrkräfte künftig überflüssig seien und die Einführung zu Lasten der politischen Bildung ginge. Das Gegenteil ist der Fall! 😡 Sogar die GEW NRW hat die Klarstellungen des Schulministeriums ausdrücklich gelobt.

Wirtschaftliche Grundkenntnisse sind unerlässlich, um als Verbraucher:in richtige Entscheidungen zu treffen. Ziel des Schulfachs Wirtschaft ist es, die Schüler:innen mit dem nötigen Know-How auszustatten, um die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Gesellschaft verantwortungsbewusst mitzugestalten. Natürlich kürzen wir dabei auf keinen Fall an der so wichtigen politischen Bildung! Sowas zu behaupten, ist das Letzte!! 😤

Auch das Argument, SoWi-Lehrkräfte würden in Zukunft nicht mehr gebraucht, ist haltlos. Bereits ausgebildete Lehrkräfte haben die nötigen Fähigkeiten, um das neue Schulfach fachgerecht zu unterrichten. Besonders ärgert mich, dass durch solche falschen Behauptungen Ängste und Sorgen bei vielen Lehramtsstudierenden geschürt werden. Ja, wir nehmen eine Neuprofilierung in der Lehrkräfteausbildung vor und bieten Erweiterungsstudiengänge an. Falsch ist aber die Behauptung, dies hätte bei bereits begonnenen Studiengängen Einfluss auf den Eintritt in den Schuldienst. Die in den nächsten Jahren noch zu erwerbenden Abschlüsse behalten natürlich ihre Gültigkeit. Es gibt auch keine Verpflichtung zu 1-jährigen Zertifikatskursen oder anderen Fortbildungen. Wer trotzdem an Fortbildungen teilnehmen will, wird aber auch davon nicht abgehalten. Wer die Lehrbefähigung zum Beispiel für SoWi hat, hat die Voraussetzung, auch Wirtschaft-Politik zu unterrichten. 👍

Am 23. Januar 2021 habe ich ein umfangreiches Q&A auf meinem Instagram-Account @mue_re gemacht. Das könnt Ihr Euch in den Story-Highlights noch einmal ansehen.
Hier fasse ich aber auch zusammen, welche Fragen mir gestellt wurden, und natürlich auch die dazugehörigen Antworten:

Wieso wird SoWi abgeschafft?
SoWi wird nicht abgeschafft!
Zum Schuljahr 2019/20 (G9 Gymnasium) beziehungsweise 2020/21 (übrige Bildungsgänge) haben wir die Kernlehrpläne der Fächergruppen Politik-Wirtschaft in der Sekundarstufe I geändert und die ökonomische und Verbraucherbildung gestärkt. Das Fach wurde in dem Zuge in Wirtschaft-Politik umbenannt.
Die aktuell vorgesehene Änderung folgt aus dieser Änderung der Kernlehrpläne: Wir nehmen jetzt eine Neuprofilierung des Studiengangs „Sozialwissenschaften“ als Lehramtsfach „Wirtschaft-Politik“ vor, weil ein Studiengang immer auch auf die jeweiligen Schulformen, Jahrgangsstufen und schulischen Inhalte ausgerichtet sein muss. Damit stellen wir sicher, dass künftige Lehrkräfte entsprechend den schulischen Anforderungen ausgebildet werden.
Die dazugehörige Petition „#sowibleibt“ ist in meinen Augen überflüssig, weil SoWi nicht abgeschafft wird – weder als Schulfach, noch als Studiengang mit den entsprechenden Lehrinhalten.

Kann ich mein angefangenes SoWi-Studium beenden?
Ja. Der Studiengang wird nicht abrupt beendet, sondern läuft über einen langen Zeitraum aus, um den Studierenden ausreichend Zeit zu geben, ihr Studium abzuschließen. Es ist keine Änderung der Regelstudienzeit geplant. Inwieweit eine Hochschule ggfs. Studieninhalte oder Module im bestehenden Studiengang SoWi anpasst, gehört zur Freiheit der Hochschulen. Die SoWi-Studierenden erlangen auch die Lehrbefähigung für das neue Fach Wirtschaft-Politik.

Was hat es mit den sogenannten Erweiterungsstudiengängen auf sich?
Die NRW-Hochschulen können sogenannte Erweiterungsstudiengänge einrichten, mit denen bereits voll ausgebildete Lehrkräfte (aber auch besonders interessierte Studierende im Erststudium) freiwillig einen zusätzlichen Abschluss im Bereich „Wirtschaft“ erwerben können. Zwei Universitäten in NRW haben sich bereits aus eigener Initiative auf den Weg gemacht, solche Studiengänge anzubieten: Siegen und Paderborn.
Die Teilnahme an einem Erweiterungsstudiengang ist ausdrücklich keine notwendige Voraussetzung für den Erhalt der Lehrbefähigung im Fach Wirtschaft-Politik!

Müssen SoWi-Studierende einen zusätzlichen einjährigen Zertifikatskurs belegen, wenn Sie das neue Fach Wirtschaft-Politik unterrichten wollen?
Nein. Die SoWi-Studierenden bringen die notwendigen Qualifikationen mit und müssen keinen Zertifikatskurs belegen, um die Lehrbefähigung für Wirtschaft-Politik zu erhalten. Die Aussagen, SoWi-Absolventen dürften künftig nur „vertretungsweise“ oder „fachfremd“ Wirtschaft-Politik unterrichten, sind falsch!

Gibt es Unterschiede für Lehramtsstudierende in Sozialwissenschaften im Bachelor, Master oder Vorbereitungsdienst?
Nein. Alle Studierenden und Lehramtsanwärterinnen und -anwärter können ihr Studium beziehungsweise ihren Vorbereitungsdienst wie geplant fortsetzen und beenden und erhalten die Lehrbefähigung für Wirtschaft-Politik ohne zusätzlichen Zertifikatskurs.

Werden künftige Lehrkräfte, die noch SoWi statt Wirtschaft-Politik studiert haben, überhaupt noch verbeamtet?
Für eine mögliche Verbeamtung ist es unerheblich, ob SoWi oder Wirtschaft-Politik studiert wurde, weil die Lehrbefähigung für Wirtschaft-Politik in beiden Fällen nach dem erfolgreichen Abschluss des Vorbereitungsdienstes erteilt wird.

Wird Lehrkräften, die aktuell SoWi unterrichten, die Lehrbefähigung aberkannt?
Nein, das wäre Quatsch! Die SoWi-Lehrkräfte verfügen über die notwendigen Qualifikationen und haben auch die Lehrbefähigung für das Fach Wirtschaft-Politik.

Wenn andere Lehrkräfte mit einem einjährigen Zertifikatskurs die Lehrbefähigung für das Fach Wirtschaft-Politik erlangen können, ist dann ein SoWi-Studium nicht wertlos?
Nein, absolut nicht. Die Bezirksregierung Köln schreibt zu den Zertifikatskursen:
Durch Qualifikationserweiterungen sollen Engpässe in der Unterrichtsversorgung ausgeglichen werden, indem sich Lehrkräfte berufsbegleitend für ein weiteres Fach / eine weitere Fachrichtung ihres Lehramtes qualifizieren.
Zertifikatskurse sind ein wichtiges Instrument, um fachfremdem Unterricht vorzubeugen und bei Lehrkräftemangel (zum Beispiel im ländlichen Raum oder in Mangelfächern) engagierten Lehrkräften eine berufsbegleitende Möglichkeit zu geben, die Lehrbefähigung für ein weiteres Fach zu erhalten.
Grundständig ausgebildete Lehrkräfte sind – unabhängig davon, ob sie SoWi oder später das neue Fach Wirtschaft-Politik studiert haben – unverzichtbar für eine qualitativ hochwertige Unterrichtsversorgung im Fach Wirtschaft-Politik.
Zertifikatskurse sind übrigens auch keine „SoWi-Spezialität“, sondern werden in sehr vielen Fächern angeboten. Aktuell sind sie zum Beispiel besonders wichtig zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels in MINT-Fächern.

Fallen Soziologie oder demokratische Bildung im Lehrplan Wirtschaft-Politik weg?
Nein. Das ist ein Gerücht, das von der SPD-Landtagsfraktion mutwillig in die Welt gesetzt wurde, um politische Geländegewinne zu erreichen.
Bei der Überarbeitung der Kernlehrpläne im Jahr 2018 haben wir den Umfang der politischen und demokratischen Bildung selbstverständlich beibehalten. Wir halten die politische Bildung in Zeiten aufkommender rechtspopulistischer Tendenzen in Europa und der Welt für ein hochwichtiges Element in der Bildung aller Schülerinnen und Schüler.
Um die Wirtschafts- und Verbraucherkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler zu stärken, haben wir diesen Bereich in den Kernlehrplänen der Fächergruppe gestärkt. Da wir den Stundenumfang des Fachs nicht erweitert haben, haben wir zugunsten der Wirtschafts- und Verbraucherkompetenzen Soziologie nicht gestrichen, aber innerhalb der soziologischen Teile des Kernlehrplans Kürzungen vorgenommen. Dies halten wir auch weiterhin für angemessen.

Was ist die Begründung für die Stärkung der Wirtschafts- und Verbraucherbildung in den Kernlehrplänen?
„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Dieser Tweet einer Schülerin aus dem Jahr 2015 bringt es auf den Punkt: Neben Eltern und Ausbildungsbetrieben wünschen sich eben auch Schülerinnen und Schüler, in der Schule grundlegende ökonomische Kenntnisse zu erlangen. Daher haben sich CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, Wirtschafts- und Verbraucherkompetenz in den Kernlehrplänen aller Schulformen für die Sekundarstufe I stärker zu verankern.
Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse dazu haben wir auch unter anderem aus einem erfolgreich durchgeführten Schulversuch erhalten, der leider von der rot-grünen Landesregierung 2014 aus ideologischen Gründen nicht fortgesetzt wurde (Abschlussbericht hier).
Ziel der NRW-Koalition ist es, dass nach der Klasse 10 jede Schülerin und jeder Schüler sein oder ihr Leben selbst in die Hand nehmen kann und die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten dafür in der Schule bekommen hat. Dazu zählt ausdrücklich auch Verbraucherbildung.

Warum wurde das Schulfach umbenannt?
Die Stärkung der Wirtschafts- und Verbraucherbildung in den Kernlehrplänen sollte sich unserer Meinung nach auch in der Bezeichnung der jeweiligen Fächer widerspiegeln.

Wo kann ich die Kernlehrpläne einsehen?
Die Kernlehrpläne aller Schulfächer in NRW sind öffentlich einsehbar im sogenannten Lehrplannavigator der QUA-LiS-NRW.

Welche Änderung in den Lehrplänen ist für das Fach Sozialwissenschaften in der Sekundarstufe II geplant?
Aktuell keine.

Wird Soziologie komplett aus dem neu profilierten Studiengang Wirtschaft-Politik gestrichen?
Nein, das ist im Entwurf der Änderung der Lehramtszugangsverordnung ausdrücklich nicht vorgesehen! Hier ein Zitat aus dem Begründungsteil:
Durch die […] vorgesehene Neuprofilierung des Faches „Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie Wirtschaftswissenschaft)“ als „Wirtschaft-Politik“ erhält die Ausbildung ein in diesem Sinne akzentuiertes Profil, mit der Folge, dass der Studiengang Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft) inhaltlich angepasst werden muss. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der bisherige Studienumfang in den Bereichen Wirtschaftswissenschaft und Politikwissenschaft lediglich erhöht und die bisherige Anteilsdisziplin Soziologie ausgeklammert wird. Erforderlich ist vielmehr eine inhaltlich neu profilierte Studiengangsgestaltung, in der auch Elemente der Soziologie enthalten sind. Denn die lebensweltlichen Bereiche Wirtschaft und Politik sind in ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen wissenschaftlich nicht ohne soziologische Elemente zu erschließen. Auf ein entsprechend fachlich austariertes Curriculum wird im Rahmen der Akkreditierung der wesentlich geänderten Studiengänge zu achten sein.“

Gibt es zu all dem auch eine offizielle Stellungnahme des NRW-Schulministeriums?
Ja, die finden Sie hier.

Neuer Beschluss der Ministerpräsidenten und -präsidentinnen (MPK)

Gestern hat sich die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) erneut getroffen, um über den weiteren Umgang mit der Pandemie zu beraten. Trotz der aktuell rückläufigen Entwicklung der Fallzahlen, die der aktuelle Lockdown und das besonnene Verhalten der Bürger ermöglicht haben, wurde beschlossen, die beschlossenen Maßnahmen bis zum 14.02. zu verlängern. Grund hierfür sind vor allem die sich schneller ausbreitenden Virusmutationen sowie das nach wie vor zu hohe Infektionsniveau. 🦠

Außerdem wird die Maskenpflicht verändert: Im ÖPNV und in Geschäften müssen wir jetzt medizinische oder FFP2-Masken tragen. Sie schützen mit 92 bzw. 96% besser als Alltagsmasken und sollen in dieser zugespitzten Lage zu einer nachhaltigeren Absenkung der Fallzahlen beitragen. 😷

Des Weiteren werden die Arbeitgeber verpflichtet, Home Office anzubieten, sofern dies möglich ist. So sollen im beruflichen Umfeld die Kontakte weiter reduziert werden. Das finde ich besonders gut, weil noch zu viele Arbeitgeber meines Erachtens auf Anwesenheit bestehen. 🏘

Zudem betonte die MPK die Bedeutung von Kitas und Schulen für die Bildung unserer Kinder, aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die aktuelle Lage lässt momentan leider keine Lockerungen zu. Sobald diese aber wieder möglich sind, wird bei Schulen und Kitas als erste wieder gelockert. Das ist eine sehr wichtige Nachricht für unsere Kinder und Jugendlichen im Land! 🏫

Auch wenn ich mir so schnell wie möglich Lockerungen, insbesondere im Bereich Bildung wünsche, halte ich den Beschluss der MPK für richtig. Die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken und die Verpflichtung zum Home-Office sind geeignete Maßnahmen, um den rückläufigen Trend weiter fortzuführen und nicht aufs Spiel zu setzen. Ich hätte mir allerdings auch gewünscht, dass die MPK bei der Impfstrategie nachlegt. Hier besteht noch großes und dringendes Verbesserungspotenzial – auch mit Blick auf die aktuelle Meldung zu Lieferengpässen bei Biontech/Pfizer. 💉