Kein Durchschnittsabitur 2021!

Nicht schon wieder die Diskussion… 🙈

Wie auch schon im letzten Jahr fordert die GEW auch 2021 ein Durchschnittsabitur wegen der Corona-Pandemie. Ihrer Meinung nach sollen nur die Unterrichts- bzw. Vornoten die Endnote bestimmen und alle Abschlussprüfungen abgesagt werden. Die Argumente haben sich nicht geändert. Meine große Sorge ist immer noch, dass das die NRW-Abschlüsse 2021 im Vergleich zu anderen Ländern oder Jahrgängen entwerten würde. Das wäre allen Schüler:innen gegenüber schreiend unfair, die ihre gesamte Schullaufbahn auf Ihren Abschluss hingearbeitet haben. ❌

Ehrlicherweise bin ich sehr sauer darüber, dass die GEW diesen unsinnigen Vorschlag jetzt noch einmal aufwärmt. Das versetzt die Schüler:innen der Abschlussjahrgänge nur in unnötige Unruhe – und das braucht kein Mensch. Mir haben übrigens mehrere Absolvent:innen 2020 geschrieben, dass sie sehr stolz auf das Erreichte und froh darüber sind, dass wir die Prüfungen letztes Jahr nicht abgesagt haben! 💪

Mit uns wird es auch in diesem Jahr keine Corona-Notabschlüsse geben. Ich finde, wir sind es den Schüler:innen der Abschlussjahrgänge schuldig, dass sie bei der Bewerbung auf Ausbildungs- und Studienplätze mit Abschlüssen aus anderen Jahrgängen und Bundesländern konkurrieren können und einen vollwertigen Abschluss erhalten! Wie furchtbar wäre das, wenn Du 10, 12 oder 13 Jahre auf etwas hinarbeitest, was dann als „Gummi-Abitur“ oder „Schmalspurabschluss“ abgewertet wird?! Nicht mit uns! 🚫

Zentrale Prüfungen nach der 10. Klasse

Die vergangenen Monate des Lockdowns haben insbesondere die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien stark getroffen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die zu Hause keine optimalen Bedingungen vorfinden, sind die Bildungs- und Entwicklungschancen stark gefährdet. Aus diesem Grund wurde in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Wochen das Angebot von sogenannten „study halls“ geschaffen, in denen Schülerinnen und Schüler in Schulräumen am Distanzunterricht teilnehmen können. Außerdem wurde das Angebot der landesweiten Online-Lernplattform LOGINEO.NRW in den vergangenen Wochen um ein Videokonferenztool erweitert, wodurch der Distanzunterricht noch einmal deutlich verbessert werden konnte. Von zahlreichen Schulen und Verbänden haben wir gespiegelt bekommen, dass der Distanzunterricht vielerorts sehr gut funktioniert hat.

Dennoch war es uns in der FDP-Landtagsfraktion ein großes Anliegen, dass die Abschlussjahrgänge schnellstmöglich in den Präsenzunterricht zurückkehren können, sobald es aus Sicht des Infektionsschutzes wieder verantwortbar war. Wir wollen sicherstellen, dass sie eine bestmögliche Vorbereitung auf ihre Prüfungen erhalten. Aus diesem Grund haben wir uns unter anderem für die Priorisierung der Abschlussklassen bei der Rückkehr in den Präsenzunterricht eingesetzt und die Wiederaufnahme des (Teil-)Präsenzunterrichts zum 22. Februar 2021 bewirkt. Außerdem möchten wir an dieser Stelle daran erinnern, dass wir uns auch im vergangenen Jahr für eine möglichst lange Ermöglichung des Präsenzunterrichts unter Wahrung der Hygienemaßnahmen eingesetzt haben, um den Schülerinnen und Schülern in Nordrhein-Westfalen bestmögliche Bildungschancen zu ermöglichen.

Dennoch ist klar: Die aktuelle Zeit ist eine besondere Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler. Wir nehmen Ihre Bedenken sehr ernst und haben uns dafür eingesetzt, dass diese bei der diesjährigen Durchführung der ZP 10 bedacht werden, um faire Prüfungsbedingungen zu schaffen.

So soll der Prüfungsbeginn auf den 19. Mai verschoben werden, damit die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit zur gezielten Prüfungsvorbereitung haben. Außerdem hat eine Konkretisierung der fachlichen Vorgaben stattgefunden, sodass mögliche Themenfelder eingegrenzt wurden und die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler gezielter auf die Inhalte der Prüfungen vorbereiten können. Wir sorgen zudem für mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Prüfungsaufgaben: Einerseits für die Lehrkräfte, damit diese gezielt Aufgaben auswählen können, die zum erteilten Unterricht passen und andererseits wird es weitere Auswahlmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler geben, wodurch diese Prüfungsaufgaben auswählen können, die bestmöglich zu ihrem individuellen Lernstand passen. Zuletzt soll es eine Modifikation im Bewertungsraster geben, damit die Lehrkräfte bei der Bewertung der Prüfungen die Möglichkeit haben, Spielräume vor dem Hintergrund des erteilten Unterrichts zu nutzen. Dieses umfangreiche Gesamtkonzept soll faire und dabei trotzdem landeseinheitliche Zentrale Abschlussprüfungen in der Klasse 10 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch ermöglichen. Dadurch möchten wir verhindern, dass die Abschlüsse hinsichtlich ihrer Wertigkeit angezweifelt werden könnten und den Schülerinnen und Schülern auf ihrem weiteren Lebensweg Nachteile durch die Pandemie entstehen. Dieses Vorhaben wurde auch in einem gemeinsamen Beschluss der Kultusministerkonferenz festgehalten, um vergleichbare Bedingungen in allen Bundesländern zu schaffen.

Der Entwurf zum Bildungssicherungsgesetz wurde im Ministerium für Schule und Bildung unter Prüfung aller relevanten Aspekte und unter Beteiligung der betroffenen Verbände erstellt. Im weiteren Verfahren wird der Gesetzesentwurf einer Prüfung durch das Parlamentarische Verfahren unterzogen und im Nordrhein-Westfälischen Landtag debattiert.

Bildungssicherungsgesetz 2021 📚

Seit dieser Woche läuft in NRW wieder der Präsenzunterricht im Wechselmodell. Auch dieses Jahr ist es besonders wichtig, dass den Schülerinnen und Schülern durch Corona keine Nachteile für ihre weiteren Bildungs- und Berufswege entstehen. Dafür bringt die Landesregierung wieder ein Bildungssicherungsgesetz in den Landtag ein. Neben den bereits beschlossenen Anpassungen, die ich Euch hier schon vorgestellt habe, sind dort noch weitere Maßnahmen enthalten, für die das Parlament das Schulgesetz ändern muss. 🏫

Im Entwurf des Bildungssicherungsgesetzes ist zum Beispiel vorgesehen, dass am Ende dieses Schuljahrs über die Versetzung entschieden wird. Es wird also kein pauschales „Durchwinken“ geben. Stattdessen soll es erweiterte Nachprüfungen geben. Außerdem können Schülerinnen und Schüler am Ende des Schuljahrs freiwillig die Klasse wiederholen. Das wird dieses Jahr auch nicht auf die sogenannte Höchstverweildauer angerechnet. Auch die „Blauen Briefe“ fallen dieses Jahr aus. ✉

Am Ende der Erprobungsstufe (Ende 6. Klasse) soll in diesem Jahr die Entscheidung über das Wiederholen oder den Schulformwechsel nach Beratung mit der Schule durch die Eltern getroffen werden. 👨‍👩‍👧‍👦

Zudem sind im Entwurf weitere Maßnahmen enthalten, die faire und sichere Abschlussprüfungen ermöglichen und einen vollwertigen und anerkannten Abschluss sicherstellen. Die zentrale Leistungsüberprüfung am Ende der EF soll entfallen. ✏️

Ich bin froh, dass wir auch in diesem besonderen Bildungsjahr im Landtag NRW Maßnahmen auf den Weg bringen, um keine Nachteile für die Schülerinnen und Schüler, faire Prüfungen und für die Abschlussklassen einen vollwertigen Bildungsabschluss zu sichern. Auch in Pandemiezeiten muss die Schullaufbahn mit anerkannten Abschlüssen enden. Darauf haben die Schülerinnen und Schüler viele Jahre hingearbeitet. 💪

Verlängerung des Distanzlernens bis zum 14.02.

Heute hat Bildungsministerin Yvonne Gebauer auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass im @bildungsland.nrw das Distanzlernen bis zum 14.02. verlängert wird. NRW setzt damit den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz von letzter Woche um. Wir reagieren auf die höhere Infektionsgefahr durch die Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika. 🦠

Ich freue mich, dass die Rückmeldungen und Erfahrungen aus den letzten Wochen gezeigt haben, dass die Schulen in NRW sehr gut auf den Distanzunterricht vorbereitet waren. Hierzu haben unsere Sofortausstattungsprogramme, Handreichungen für die Lehrkräfte sowie ein sicherer Rechtsrahmen beigetragen. Auch unsere digitale Lernplattform LOGINEO.NRW läuft stabil. Ich schließe mich daher gerne dem Appell von Yvonne Gebauer an, dass noch mehr Schulen auf LOGINEO umstellen. 🚀

Besonders wichtig finde ich auch das klare Bekenntnis zum diesjährigen Abitur und der ZP10. Das schafft Klarheit für die Abschlussjahrgänge! Ein Abweichen von der bundesweiten Regelung hin zu einem Freischuss, Durchschnittsabitur oder „Kurzschuljahr“, wie die Opposition fordert, hätte den Ruf des NRW-Abiturs auf Jahre beschädigt und den Schulabschluss entwertet. Stattdessen setzen wir auf sichere und faire Prüfungen. Wir verschieben den Prüfungsbeginn um 9 Tage und erweitern den Aufgabenpool, damit die Lehrkräfte mehr Spielraum bei der Auswahl der Aufgaben haben. ✅

Mein ausdrücklicher Dank gilt den hochengagierten Lehrerinnen und Lehrern in NRW, die in der Pandemie an ihre Grenzen gehen und so für die bestmögliche Bildung unserer Kinder sorgen. 💛💙